20.01.2012 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Angeklagte leugnen dies - Prozess zieht sich hin Entscheidende Frage: "Haben Sie gedealt?"

von Autor HWOProfil

Die große Frage ist: Wurden in einer Amberger Wohnung tatsächlich zwischen den Jahren 2007 und 2009 rund zwölf Kilo Drogen verkauft? Die beiden Angeklagten bestreiten das energisch. Doch es gibt einen Zeugen, der Haschisch und Marihuana teils in sehr großen Mengen von den Leuten angekauft haben will. Die Erste Strafkammer beim Landgericht muss nun klären, wer die Wahrheit sagt.

"Nein, zu keiner Zeit"

Drei Prozesstage waren ursprünglich angesetzt. Doch die reichen bei weitem nicht. Unterdessen gibt es in dem Rauschgiftverfahren Verhandlungstermine bis Ende Februar. Die Staatsanwaltschaft hat einen 35-Jährigen und dessen 29 Jahre alte Ex-Lebensgefährtin auf die Anklagebank geholt. Beide machten zu Beginn des Verfahrens umfangreiche Aussagen, gaben sich als Leute zu erkennen, die ab und zu schon mal einen Joint rauchen. "Haben Sie auch gedealt?", wollte die Kammervorsitzende Roswitha Stöber mehrfach wissen. Die Antwort: "Nein, zu keiner Zeit."

Die Anklagebehörde, vertreten durch Staatsanwalt Jürgen Konrad, stützt sich vornehmlich auf die Angaben eines 21-Jährigen. Der junge Mann war vor längerer Zeit ins Visier der Polizei geraten, hatte danach vor Ermittlern umfangreiche Aussagen gemacht und eine Art Netzwerk offen gelegt. Dies wiederum eröffnete tiefe Blicke in die Drogenszene, führte zu mehreren Verfahren. Der 21-jährige Mann, selbst verwickelt in den Rauschgiftsumpf, ist unterdessen rechtskräftig zu zwei Jahren mit Bewährung verurteilt.
Im Beisein seines Anwalts beantwortete der "Kronzeuge" vor der Strafkammer über mehrere Stunden hinweg die ihm gestellten Fragen und schilderte dabei, wie er in die Wohnung der beiden Beschuldigten kam, dort Haschisch und Marihuana kaufte. Manchmal im Kilobereich, mitunter aber auch 100 Gramm zu 750 Euro. Die heiße Ware wurde anschließend an Abnehmer weiterverkauft.

Zahlreiche Zeugen

Unterdessen sind zahlreiche Zeugen vernommen worden. Ein Ende des Prozesses, zunächst für diese Woche geplant, ist nicht in Sicht. Nach dem momentanen Verfahrensstand dürfte ein Urteil erst Ende Februar gesprochen werden.

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