Architekten ermöglichen Blick hinter die Kulissen der Siemens-Kindertagesstätte
Vorbild für andere Betriebe

Amberg. (gfr) "Baustelle - Betreten verboten" und "Eltern haften für ihre Kinder" - so heißt es oft an Baustellen und ein hoher Zaun verhindert, dass während der Arbeiten Unbefugte aufs Gelände kommen. Genau das Gegenteil bezweckt eine Aktionsreihe des Bundes Deutscher Architekten. Am Samstag war die Absperrung um die künftige Kindertagesstätte gleich neben dem Siemens-Werksgelände für Interessierte geöffnet.

Die Architekten Alfred und Anna-Maria Lanzinger führten durch den über 50 Meter langen, ebenerdigen Flachbau, den Anna-Maria Lanzinger als nachhaltiges Gebäude bezeichnete, denn es könnte, falls das erforderlich sei, um zwei Stockwerke erhöht werden. Baumaterialien aus der Region seien verwendet worden, sagte Alfred Lanzinger, damit lange Anfahrtswege erspart bleiben. Trotz europaweiter Ausschreibungen kämen alle Betriebe aus der Region.

Strom selbst produzieren

Zuerst habe er an das Grundwasser als Energiequelle gedacht, sagte Alfred Lanzinger, aber bei Probebohrungen sei man nur auf absolut trockenen Untergrund gestoßen. Die Wärmeerzeugung erfolge nun über eine gasbetriebene Mikro-Kraft-Wärme-Kupplung, mit dem Nebeneffekt, dass sogar noch Strom produziert und an die Stadtwerke geliefert werden könne. Über eine Solaranlage werden Brauchwasseraufbereitung und Heizung unterstützt. Das etwa 900 Quadratmeter große Gebäude wird mit einer Fußbodenheizung beheizt, lediglich der Abstellraum für Kinderwagen habe einen herkömmlichen Heizkörper. Ein langer Mittelgang, gedacht als helle und bunte Spielstraße, ziehe sich durch die gesamte Kita, denn, so Anna-Maria Lanzinger: Kinder wollen laufen. Das soll nicht gleich nach wenigen Metern wieder gebremst werden.

Ruhe und Sicherheit

In einer Gebäudehälfte seien die Nebenräume wie Küche und Bistro untergebracht, auf der anderen Seite, Richtung Landesgartenschaugelände, die lichtdurchfluteten Intensiv- und Werkräume, mit Türen zum Außenbereich und zur Terrasse. Auf dieser Seite, so Anna-Maria Lanzinger, gebe es auch die besonders schallgeschützten Ruheräume, die außerdem abgedunkelt werden können. Türen und Tore seien mehrfach so gesichert, dass sie von Kleinkindern nicht geöffnet werden können. Die Tagesstätte ist für 61 Kinder bis zu sechs Jahren konzipiert und soll unter dem Caritas-Verband Stadt Amberg und Landkreis Amberg-Sulzbach als Träger den Betrieb noch im Herbst aufnehmen. Siemens will mit dieser Kita Vorbild für andere Unternehmen sein, denn bundesweit gibt es an Standorten des Konzerns bereits 900 Plätze, damit Siemens-Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert wird.

Architekt Roland Wochnick wies auf den nächsten Termin der Reihe "Baustelle betreten" hin, am Sonntag, 28. April, in Edelsfeld, wo der Neubau des katholischen Pfarrzentrums besichtigt werden kann.
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