19.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Auch Amberger Bunt bringt sich in Diskussion um Entwicklung von Forum und Bürgerspital ein Denkverbote soll es nicht geben

Das kommunalpolitische Amberg hat eine bisher nicht gekannte Einigkeit der großen Parteien entdeckt. Dieses Umdenken präsentieren derzeit CSU und SPD mit neuen, einmütigen Planspielen zur gemeinsamen Entwicklung des Forum- sowie Bürgerspitalareals. Das haben wir schon lange gemacht, sagt Amberger Bunt und signalisiert Unterstützung. Auf der Basis eigener Gedanken.

Ihre Mittel sind bescheiden, doch der Wille, etwas voranzubringen, umso ausgeprägter. Auch Amberger Bunt, hier vertreten mit (von links) Aydin Ayten, Werner Konheiser und Josef Lorenz, will eigene Ideen in neue Überlegungen zur gemeinsamen Entwicklung rund um das Forum- und Bürgerspitalareal einbringen. Bild: Hartl
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Die formulieren eine Grundvoraussetzung für alle weiteren Überlegungen: Ohne zusätzliche Parkplätze in unmittelbarer Nähe dieses zu entwickelnden Innenstadt-Quartiers geht nichts. Detailliert führten diese Vorstellungen die beiden bunten Stadträte Josef Lorenz und Aydin Ayten sowie der Spiritus Rektor dieser freien Liste, Werner Konheiser, in einem Pressegespräch gegenüber der AZ aus. Demnach haben sie mit dem Eigentümer der früheren Forum-Liegenschaft, dem Pfarrkirchener Immobilien-Entwickler Manfred Reichholf, das Objekt besichtigt.

Ihre Erkenntnis: Das großflächige Kellergeschoss unter dem früheren Kaufhaus Storg böte ausreichenden Raum für eine Tiefgarage. Weitergesponnen wurde dieser Denkansatz mit einem zusätzlichen unterirdischen Stellplatzflügel unter dem früheren Bürgerspital. Es soll eine gemeinsame Zufahrt über eine abgesenkte Bahnhofstraße und zwei Ausfahrten in nordöstliche (Obere Nabburger Straße) sowie nordwestliche (Spitalgraben) Richtung geben.

Lange Wunschliste

"Damit verteilen wir die Immissionsbelastung des abfließenden Verkehrs für die Anlieger", argumentieren die bunten Stadträte. Denn sie wollen eine öffentliche Tiefgarage. Für die Forum-Immobilie können sie sich eine zeitgemäße Einzelhandels- sowie gewerbliche Nutzung vorstellen, im Ober- sowie Dachgeschoss Wohnraum oder auch den Einzug einer Behörde mit möglichst viel Publikumsverkehr. Ähnliches schwebt ihnen für die gegenüberliegende Seite in Richtung Wirtschaftsschule und Ring-Theater, die derzeitige Brache des ehemaligen Bürgerspitals, vor. Hier fordert Amberger Bunt eine möglichst vielfältige Entwicklung ein. Die Schlagworte lauten Wohnen, Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistung, Bildung, Kultur und Kleinkunst. Quasi als Anker und Grundpfeiler sieht Lorenz das Kino Ring-Theater und die Wirtschaftsschule an.

Warum nicht öffnen?

Letztere wird bald generalsaniert. Da könnten doch auch öffentlich nutzbare Räume und Flächen entstehen, überlegt der bunte Stadtrat und denkt an Räume für VHS-Kurse sowie öffentliche Veranstaltungen. Hauptsache, betonen alle drei, es komme Leben in die Bude, sprich Innenstadt. "Nicht kleckern, sondern klotzen", wünscht sich Amberger Bunt vor diesem Hintergrund und meint nicht nur Geld, sondern auch Gedankenspiele einer lebendigen Entwicklung ohne größere Denkverbote. Die Frage nach potenziellen Investoren lässt sich für sie auch bis zu einem gewissen Maß über das Engagement städtischer Tochterunternehmen oder die Kommune selbst lösen.

In den vergangenen 15, 20 Jahren, kritisiert Ayten, seien städtische Infrastruktur-Investitionen fast ausschließlich in Randbezirke geflossen. Nun müsse wieder die Kernstadt drankommen, um Menschen ins Zentrum und nicht auf die Parkplätze der Märkte an der Peripherie zu ziehen. Das Forum samt abgerissenem Bürgerspital böten die nicht mehr wiederkehrende Chance dazu.

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