Auf leisen Sohlen
Angemerkt

Meist sind sie schrill, laut und bunt. Werbekampagnen sollen erst einmal Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Haben sie das geschafft, gilt das als die halbe Miete. Die andere Hälfte steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.

Angenehm still und leise kommen hingegen die Stadtwerke daher, wenn sie um neue Kunden buhlen. Per gewöhnlichem Briefkuvert, ohne Hochglanz-Schnickschnack, drei beidseitig bedruckte DIN-A-4-Bögen, ein buntes Postkarten-Kärtchen. So sieht der Expansionskurs dieses kommunalen Energieversorgers Richtung Schwandorf aus.

Der östliche Nachbar hatte selbst einmal Stadtwerke und war immer stolz darauf. Seit zehn Jahren war das einmal, der Großkonzern kam. Dem bieten die Amberger Stadtwerke nicht die Stirn, sondern den Schwandorfern eine von vielen Alternativen.

Per Internet ist heute binnen weniger Minuten der Anbieter gewechselt. So schnell das geht, so schnell sind viele auch schon auf die Nase tückischer Lockangebote gefallen. Die Amberger Stadtwerke trumpfen mit mittelständischer Solidität und Regionalität. Konkurrenzfähiger Preis, kurze Servicewege ohne Telefon-Endloswarteschleife, die Gewissheit, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt und nicht zur Finanzierung irgendwelcher Global-Player-Attitüden dient.
So etwas mögen die konservativen Oberpfälzer, das gefällt ihnen und für die Stadtwerke ist es Balsam auf die wirtschaftliche Seele. Regionalität ist inzwischen ein zugkräftiges Argument der Vermarktung.

Hintergrund "Pamphlet": Hottner will neue Expertise

Amberg. (ath) FDP-Mann Wolfgang Hottner tourte fast wie ein Auto, um im Bild zu bleiben. Er hieß das Verkehrsgutachten zur Garagenfrage am Bürgerspitalgelände gestern im Stadtrat ein "Pamphlet", weigerte sich, es überhaupt als Expertise gelten zu lassen und seinen Verfasser, den schon öfter für Amberg tätigen Prof. Dr. Harald Kurzak (München), als "Sachverständigen" zu bezeichnen. Nach seiner Ansicht greift das 17-seitige Ergebniswerk zu kurz, sei unter zu vielen festen Vorgaben und Annahmen erstellt worden, die am Ende das Gesamtbild verfälschten.

Hottner hängte sich neben Vorwürfen ans Baureferat vor allem an der Aussage Kurzaks auf, dass eine kleinere öffentliche Tiefgarage "denkbar" sei. Der Professor verneine das aber "mit der Hypothese, es käme zu einem höheren Parksuchverkehr". Kurzak hätte nach Hottners Meinung zum Beispiel die geplante Einführung des neuen Parkleitsystems miteinbeziehen müssen. In jedem Fall fand er diese Variante für "nicht abschließend befundet" und beantragte, das nachzuholen. Bevor dieses Ergebnis nicht vorliegt, hätte der Rat nach Hottners Willen nicht entscheiden sollen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.