14.07.2004 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

AZ-Podium heute, 20 Uhr, Herrnstuben: Kulturhauptstadt in spe hat zu kämpfen - Ambergs ... Wir sichern Regensburgs kulturelles Hinterland

von Jürgen Herda Kontakt Profil

Harsche Kritik des Deutschen Kulturrates: "Die bayerischen Hoffnungen dürften sich dank der unbeholfenen Vorstellung des Regensburger Oberbürgermeisters Hans Schaidinger, adäquat begleitet durch Bayerns Kunstminister Thomas Goppel - erledigt haben." Den Donaustädtern weht beim Kampf um die Kulturhauptstadt-Krone Europas auf Bundesebene ein heftiger ideologischer Wind entgegen. Da tut ein starker Rückhalt von Seiten der restlichen Oberpfalz jetzt Not.

Wie wir Amberger das Hinterland des Kandidaten gegen den preußischen Kulturimperialismus sichern könnten, darüber diskutiert heute abend, 20 Uhr, das AZ-Podium in den Herrnstuben. Mit auf dem Podium: Kulturreferent Norbert Fischer, Künstler Achim Hüttner, Stadtmarketing-Vorsitzende Heidemarie Sander, PWG-Chef Andreas Raab und GMG-Direktor Edward König. Denn bei aller Sympathie für die Regensburger: Von einer Kulturhauptstadt mitten in der Oberpfalz würde natürlich die ganze Region profitieren. Dazu reicht es allerdings nicht, einfach nur die Hand zu heben und zu rufen: Hier sind wir! Mit einem eigenständigen Kultur-Konzept, das dem zu erwartenden internationalen Touristen-Ansturm gerecht werden müsste, könnten wir die Position des bayerischen Flaggschiffes stärken und uns zugleich als "Partner in Leadership", wie das Alt-Präsident George Bush einmal formuliert hat, also als Kultur-Partner mit herausgehobener Bedeutung positionieren.

Anknüpfungspunkte gibt es für die ehemalige Hauptstadt der Oberpfalz zuhauf: Die historischen Handelsbeziehungen über Vils, Naab und Donau vernetzten die Region ebenso wie die Salzstraße, die Oberpfalz an Böhmen band - ein Böhmen, das immerhin einen Winter lang von einem Amberger regiert wurde. Schließlich heißt es im Bewerbungskonzept: "Zentral darin ist Regensburgs wieder erstarkte Brückenfunktion zu den Ländern Osteuropas" - daran können wir anknüpfen.

Auch aktuelle Stärken, auf die sich die Boom-Town bezieht, können für Amberg geltend gemacht werden: "Als eine der ersten Bürgerinitiativen wurden die ,Altstadtfreunde' gegründet. Zu ihren Erfolgen gehört ein Umdenken in der Verkehrsplanung und die Entwicklung substanzschonender Sanierungskonzepte." Hier hat es etwas länger gedauert, aber es gibt sie nun auch in Amberg, die Altstadtfreunde.

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