Bauausschuss beschließt Abriss des Rondells an Krumbacher Straße - Wiederaufbau gewünscht
Akute Gefahr: Kanzel muss weg

Der Abriss der Kanzel mit dem roten Kreuz ist beschlossene Sache. Aus der Mauer hatten sich größere Steinbrocken gelöst. An gleicher Stelle soll aber wieder eine vergleichbare Plattform entstehen. Bild: Steinbacher

Es ging alles ziemlich schnell. Am Dienstag schaute sich Baureferent Markus Kühne die Aussichtskanzel an der Krumbacher Straße an, am Mittwoch entschied sich der Bauausschuss für einen Abriss des Rondells und bereits am Donnerstag rückten Arbeiter in der Nähe der Dreifaltigkeitsschule an. "In unseren Augen ist Gefahr im Verzug", sagte Kühne in der Sitzung und erklärte damit die Eile.

Die Kanzel, die vielen Generationen von Schülern und jungen Erwachsenen als Treffpunkt diente, wurde laut Kühne aus Kalksteinen erbaut und 1933 renoviert. Seitdem verwitterte die Mauer immer mehr. Zu Beginn der Woche wurde bekannt, dass sich Teile gelöst haben. Das Baureferat sei zum Handeln gezwungen. Es drohe Einsturzgefahr, eine statische Sanierung sei nicht mehr möglich. Zudem sei eine länger dauernde Sperrung der Straße aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens ausgeschlossen.

Anita Färber (SPD) sprach sich dafür aus, von Kühnes Plänen abzuweichen. Der Baureferent hatte vorgeschlagen, das rote Kreuz zu erhalten und das Gelände mit einer Böschung der Straße anzupassen. Das war Färber zu wenig, sie plädierte für einen Wiederaufbau der Kanzel.

Ähnlich sah es Stadtheimatpflegerin Beate Wolters: "Es wäre ausgesprochen schade, wenn's verschwindet und wenn es die Funktion einer Aussichtskanzel verlieren würde. Es gehört zum Viertel." Auch OB Wolfgang Dandorfer machte sich dafür stark, den Treffpunkt wieder herzustellen: "Ich könnte mir vorstellen, dass man dafür ein paar Euro ausgibt" - inklusive des Kreuzes, über dessen Bedeutung die Mitglieder des Bauausschusses keine zuverlässigen Informationen hatten.
Beate Wolters versprach, in den Archiven zu stöbern und in einer der nächsten Sitzungen Auskunft zu geben. Bereits tätig geworden ist der Ursensollener Heimatpfleger Josef Schmaußer. Da er selbst keine Antwort auf die Frage nach der Herkunft des Kreuzes wusste, kontaktierte er Kreisheimatpfleger Dieter Dörner, der ihm mitteilte, dass sowohl er als auch der ehemalige Stadtheimatpfleger Otto Schmidt und Stadtarchivar Dr. Johannes Laschinger in dieser Angelegenheit passen müssen.
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