14.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Beifallsstürme bei vorletzten Akt des Sommerfestivals: "Drei Quartel Bier-Rebellion" kommt an Iberl-Bühne serviert süffige Mass

Wer ist schuld am Brand im Sudhaus der Klosterbrauerei? Die Lösung der Frage wurde fast zum spannenden Kriminalfall, der beim Sommerfestivalabend am Dienstag gelöst werden musste. Oder war es doch eher ein Heimatstückl, oder gar eine Liebesg'schicht, die dem bestens gelaunten Publikum im gut besetzten Innenhof der Stadtbibliothek vorgesetzt wurde?

Bayerisches Volkstheater präsentierte die Iberl-Bühne im Innenhof der Stadtbibliothek. Bei der "Drei Quartel Bier-Rebellion" glänzten (von links) Xaver Huber als Schankkellner, Harald Edelmann als Bräu und Georg Maier als Feuerwehrkommandant. Letzterer hat das Stück auch geschrieben. Bild: Huber
von Autor MSCProfil

Sogar die beiden honorigen Obrigkeiten aus Stadt und Landkreis in der ersten Reihe hatten viel zu lachen bei diesem originellen Auftritt der Iberlbühne mit ihrem neuen Stück "Die drei Quartel Bier-Rebellion" aus der Feder des Theaterchefs Georg Maier. Verhandelt wurden die "zwei bayerischen Kapitalverbrechen": Bierpreiserhöhung und betrügerisches Einschenken. Solche Untat bringt das Volk schon mal auf die Palme und treibt sogar in einen Bierkrieg. So geschehen im oberbayerischen Dorfen anno 1910.

Übersetzungsplakate

Um den turbulenten Ereignissen überhaupt folgen zu können, brauchte es schon "a Miniquantum an Bayrisch". Zum Glück hatte man lobenswerterweise für besonders ausgefallene Kraftausdrücke oder für "Zuagreiste aus Buxtehude, was ja nicht in Bayern liegt", Übersetzungsplakate dabei. Da konnte man dann lesen, dass "Schepps" abgestandenes Fassbier vom Vortag ist, oder dass es sich bei einem "Gurgelmarterer" um einen Fuselschnaps Marke Eigenbau handelt.

Wie jeder merkt, es geht richtig deftig zu im Hinterzimmer eines Dorfgasthauses zwischen Keferloher-Regal und Herrgottswinkel. Erst wenn der Auftrittsapplaus stimmt, beginnt das Spiel. Die Amberger lassen sich nicht lange bitten. Sie klatschen beim Brandschutzinspektor Rudi Greiffer (Florian Freytag), mit seinem "neumodernen Druckbuchstabendruckapparat. Durchblicker sagen ganz einfach Schreibmaschine dazu!"; dem ausgefuchsten Ökonomierat und Bräu (Harald Edelmann) und dem pfiffigen Schankkellner (Xaver Huber).

Für den ewig durstigen und bauernschlauen Feuerwehrkommandanten mit dem passenden Namen "Zündler" (Georg Maier) gibt es besonders viel Beifall. Er hat ja einen Schadensbericht geschrieben, der für Kopfschütteln sorgt. Demnach soll es wegen des erhöhten Bierpreises zu einem handfesten Streit gekommen sein. In der Hitze des Gefechts sei dann der Brand ausgebrochen... Wer's glaubt! Selbst die bierbrauende Laienschwester" Amourosa (Raphaela Hinterberger) vom Klosterbräu bezweifelt das.

Sie kocht ihr eigenes Süppchen, besticht den Feuerwehrkommandanten mit "benzinmotorischer Feuerspritze" und bezirzt den Inspektor mit verführerischem, weiblichem Liebreiz. "Geht es um was Höheres, dann heiligt der Zweck die Mittel" lautet ihre Devise.

Die Iberl-Truppe servierte keine müde "Drei-Quartl-Lacka" sondern eine süffige, volle Mass, die mit viel Beifall honoriert wurde.

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