25.01.2012 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Beim Angeklagten liegt Rauschgift auf dem Tisch Gnädiger Richter: Letzte Chance

Nach einem Blick in die Akten stellte der Richter fest: "Es drängt sich der Eindruck auf, dass immer dann, wenn Sie Besuch von der Polizei erhalten, Rauschgift im Haus ist." Als die Uniformierten diesmal kamen, lagen Marihuana und Crystal Speed, in Portionen eingetütet, auf einem Sofa.

von Autor HWOProfil

Die unverhoffte Visite von Gesetzeshütern im März letzten Jahres war peinlich. Die Beamten wollten einen Haftbefehl vollziehen, trafen den 40-Jährigen in seiner Wohnung am Amberger Stadtrand an und sahen sich ein wenig um. Dabei wurde eine Straftat offenkundig. Denn wer daheim Drogen zum Eigenkonsum aufbewahrt, handelt gegen geltendes Gesetz. "Der hat einen nervösen Eindruck gemacht", sagte jetzt einer der Polizisten dem Strafrichter Markus Sand.

Der Richter blätterte in den Unterlagen und fand dort einige von der Justiz geahndete Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Daraus resultierte eine noch offene Bewährungsstrafe, schwebte quasi ein Damoklesschwert über dem Angeklagten. Der trat die Flucht nach vorne an und räumte ein: "Bei dem gefundenen Marihuana und Crystal Speed handelte es sich um Restbestände."

Reste aufgebraucht?

Restbestände? Er konsumiere zwischenzeitlich nicht mehr, ließ der 40-Jährige wissen. Gleichwohl aber gestand er: "Ich hätte die Drogen schon noch verbraucht, wenn die Polizei nicht gekommen wäre." Was also tun mit ihm? Die Staatsanwältin sah keinerlei Grund für eine weitere Bewährung, beantragte drei Monate Haft. "Man könnte ihm schon noch einmal Bewährung geben", hielt die Verteidigerin dagegen.

Richter Sand war gnädig gestimmt. Der 40-Jährige muss nicht in dem Knast. Er bekam drei Monate zur Bewährung. Seine wirklich allerletzte Chance, wie zu vernehmen war.

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