20.01.2004 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Betreuung ist eine "Gehhilfe"

von Heike Unger Kontakt Profil

Vertreter des Sozialpsychiatrischen Dienstes nutzten das Gespräch mit Sozial-Staatssekretär Jürgen Heike gestern dazu, um darauf aufmerksam zu machen, wie sich die derzeitige Unsicherheit über die künftige Finanzierung auswirkt. Für die Mitarbeiter sei dieser "Schwebezustand" schon schlimm, noch gravierender aber sei er für die Patienten, machte Heidi Himmelhuber vom Amberger Dienst deutlich: "Unsere Klienten haben Angst, dass wir schließen müssen". Je länger die Unsicherheit andauere, "desto größer wird die Angst", so Himmelhuber, was gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen extrem belaste.

Stefan Strauß, geschäftsführender Vorstand der Diakonie, betonte, das Problem sei, dass die Finanzierung dieser ambulanten Arbeit "nur schwach abgesichert" sei, auch, weil der jetzt weggefallene Beitrag der Krankenkassen nur eine freiwillige Leistung gewesen sei. Daraus müsse ein Pflichtbeitrag werden, wie dies im stationären Bereich bereits der Fall sei.

Die Mutter einer Patientin, die vom Sozialpsychiatrischen Dienst betreut wird, verwies auf die großen Fortschritte, die diese mache, seit sie das ambulante Angebot nutze. "Ich kann die Kassen nicht verstehen", klagte die Mutter, schließlich kämen weitaus größere Kosten auf die Kassen zu, wenn mangels ambulanter Betreuung eine stationäre Behandlung nötig werde: "Jeder Behinderte bekommt seine Krücken oder seinen Rollstuhl" - für ihre Tochter sei eben "der Sozialpsychiatrische Dienst eine Gehhilfe".

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