22.11.2007 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Bewegendes Konzert mit Alexandra Völkl/Sören Balendat Heiteres für die Front

von Redaktion OnetzProfil

Attraktiv die Erscheinung, angenehm die Stimme, aktuell das Programm: Alexandra Völkl tritt zum ersten Mal mit ihrem Soloprogramm "Davon geht die Welt nicht unter?" in ihrer Geburtsstadt auf. Im Paulaner-Gemeindehaus ist am Dienstagabend jeder Platz besetzt. Man will sie hören, die junge Künstlerin, die 1993 nach Nürnberg ging und ihre künstlerische Ausbildung begann.

Nach einigen Auftritten in Musical- und Theaterproduktionen lässt sie nun die "bunten Luftballons" gemeinsam mit ihrem Pianisten Sören Balendat in den Himmel steigen. Allerdings war der Himmel im Jahr 1944 verdunkelt von Bombenangriffen. Trotzdem oder gerade deshalb forderten die Propagandisten damals eine "heitere Kunst in ernster Zeit": Sänger, Schlager, Textdichter und Komponisten widmeten sich fortan "Wochenend' und Sonnenschein", der Liebe und dem Glücklichsein.

"Mit Bombenstimmung geht es auf in den Krieg", erinnert die junge Alexandra Völkl. Locker und leicht gehen ihr die Lieder von den Lippen. Lieder, die ein Bruno Balz geschrieben hat, der wegen seiner Homosexualität mehrere Male wochenlang in Gestapo-Haft saß. Kennt man seine Biographie, dann muten seine Texte schon sehr mutig und persönlich an.
Alexandra Völkl interpretiert die Chansons der Marlene Dietrich und der Zarah Leander, die Hits der Comedian Harmonists, die Kompositionen des Friedrich Hollaender. Sie versteht es, den individuellen Charme von einst in ihre eigene Tonart zu biegen, ohne sich oder die Songs zu verbiegen. Dabei ist Sören Balendat ein einfühlsamer Begleiter am Klavier.

"An diesem Programm habe ich über ein Jahr gearbeitet, und so manches Mal waren die Ergebnisse meiner Recherchen so schmerzhaft und berührend, dass ich das Projekt einige Tage ruhen lassen musste", ist von Völkl zu erfahren. Aber die Arbeit hat sich gelohnt. Die Revue entführt vor und hinter die Kulissen dieser dunklen Zeit. Die Mischung aus menschlichen Schicksalen und bunten Melodien berührt auch das Publikum.

Deutschland hat seine Superstars schon damals gesucht, gefunden und an die Front geschickt: Je schwerer die Zeit, desto unbeschwerter sollte die Kunst sein. Für diese Amberg-Premiere erhielten die beiden sympathischen Künstler viel Beifall.

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