Bund Naturschutz verweist auf Frühblüher und Brüter
Rama Dama nicht jetzt

Aufräumen in der Natur ist gut, aber nicht zu diesem Zeitpunkt. Darauf weist der Bund Naturschutz in einer Pressemitteilung hin. Säuberungsaktionen sollten nicht im Frühjahr gemacht werden. Die beste Zeit hierfür ist der Herbst. Im Oktober, wenn die meisten Pflanzen verblüht und die Vogelnester nicht mehr von Nutzen sind, ist die richtige Zeit fürs Rama Dama.

Gegen die Aktivität an sich sei grundsätzlich nichts einzuwenden, betont der Bund Naturschutz. Die Aktion schärfe das Bewusstsein dafür, dass die Natur kein Müllabladeplatz sei, und dass es einen Unterschied mache, ob man einen Apfelbutzen wegwirft oder eine Plastiktüte, die auch nach Jahrzehnten noch nicht verrottet ist. Auch sei erfreulich, dass sich immer noch Menschen finden, die den Müll von Umweltfrevlern beseitigen und damit helfen, die Natur- und Kulturlandschaft vor Dingen zu bewahren, die dort nicht hingehören. Allerdings rät der Naturschutz davon ab, Rama Dama jetzt zu veranstalten. Sicher liegt es für manche Vereinsvorstände nahe, in Anlehnung an den häuslichen Frühjahrsputz, auch in Wald und Flur aufzuräumen. Dennoch ist das Frühjahr hierfür die am schlechtesten geeignete Zeit.
Gerade jetzt kommen die ersten Frühblüher hervor, die bei solchen Aktionen im Übereifer der Sammler zusammengetreten werden. Besonders gefährdet sind Singvögel. Bodenbrüter wie Wachteln oder Feldlerchen und Heckenbrüter wie Rotkehlchen oder Grasmücken, deren Nester sich oft nur einen Meter über dem Boden befinden, werden durch das Stöbern nach Dosen, Flaschen und Plasikbeuteln im Unterholz vergrämt und verlassen begonnene Gelege.
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