09.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

"Café del mundo" alias Jan Pascal und Alexander Kilian begeistern mit Tänzerin Azucena Rubio Wie ein Sommerurlaub in Spanien

Die Musik von "Café del mundo" macht Appetit auf Urlaub. Die Klänge erinnern an Süden, Sonne und Spanien. Genauso fühlte sich das Publikum im ausverkauften Bibliothekshof beim vierten Abend des Amberger Sommerfestivals mit den Gitarristen Jan Pascal und Alexander Kilian: entspannt und trotzdem total begeistert.

Am Ende hatte jeder Besucher einen Eindruck vom Temperament, das die Musik des Südens entfacht. Beim Sommerfestival im Bibliotheks-Innenhof spielten "Café del mundo". Bild: Steinbacher
von Autor MSCProfil

Begleitet wurden die beiden von Alberto Menéndez (Flöte und Saxofon), Cesar Gamero (Perkussion) und Sandro Gulino (Bass). Als besonderen Augenschmaus steuerte die in Sevilla geborene Tanzdozentin Azucena Rubio Flamenco vom Allerfeinsten bei.

Im Strudel der Gefühle

Die Musik des Südens lebt. Sie ist nostalgisch und zugleich zeitlos, manchmal befremdet sie und dann wieder reißt sie den Zuhörer hinein in einen Strudel widersprüchlichster Gefühle. In ihr verbinden sich Europa und Südamerika, Afrika und der Orient. Jan Pascal machte keine großen Worte, aber mit kurzen Erläuterungen führte er ein in diese musikalische Welt von tief empfundener Einsamkeit und arabischem Zauber.

Lied für einen Hund

Und wie mit Zauberhand bedienten sie auch ihr Instrument, die Gitarre. Die Finger flogen über die Saiten, zupften und klopften in einer Schnelligkeit, dass einem der Atem stockte. Temperamentvoll elegant und spielerisch brillant zündeten sie ein Feuerwerk von Eigenkompositionen. Eine davon war sogar einem kleinen Hund gewidmet, der aus dem Müllcontainer gerettet wurde. Viel Beifall erhielten auch die Co-Musiker Alberto Menéndez, der mit melancholischen Soli auf dem Saxophon überzeugte, Cesar Gamero, der den südamerikanischen Rhythmus im Blut hatte und Sandro Gulino, der die Bassgitarre ganz großartig einsetzte. Alle vermittelten ihre eigene Freude an dieser Musik auch dem Publikum. Tänzerin Azucena Rubio, die Dame in Rot mit Glitzerspange, stand unbeweglich mit dem Rücken zum Publikum.

Feiner Flamenco

Dann drehte sie sich, steppte über die Bühne, klackerte in schwindelndem Tempo mit den Füßen. Stolz und Grazie, Temperament und Technik, Musikalität und Emotion verschmolzen zur perfekten Einheit bei ihrer Interpretation des Flamencos. Die Harmonie ihrer Bewegungen, ihr Temperament und ihr kapriziöser Stil verbanden sich zu einem Tanzkunstwerk aus Kraft und Gefühl.

Tradition und Moderne, Leidenschaft und Lebensfreude, höchste Sensibilität und archaische Urkräfte fanden an diesem Abend zusammen. Dafür bedankten sich die Zuhörer mit ebenso temperamentvollem Klatschen.

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