Caritas betreibt Kindertagesstätten von Siemens und Studentenwerk - 20 Stellen, 80 Bewerberinnen
Fachkräfte stehen bereits Schlange

Voll im Zeitplan liegt der Bau der Siemens-Kindertagesstätte. Hier stehen ab September 36 Plätze in der Krippe und 25 im Kindergarten zur Verfügung. Der Nachwuchs von Mitarbeitern wird bevorzugt behandelt. Sollte dennoch etwas frei sein, können außenstehende Familien zum Zug kommen.

Aktuell gibt es im Stadtgebiet 72 Krippenplätze für unter Dreijährige, bis Ende September kommen weitere 96 hinzu, darunter 36 bei Siemens und 12 nahe der Hochschule. Beide Einrichtungen werden enger zusammenarbeiten als bis dato bekannt. Caritas-Geschäftsführer Günter Koller bestätigte am Freitag, dass der Kreisverband Amberg-Sulzbach beide Tagesstätten betreiben wird. Brigitte Netta, die sich am Mittwoch nach 30 Jahren vom Kindergarten St. Michael verabschiedet hat, wird die Häuser leiten.

Eine mit zwölf Plätzen relativ kleine Krippe, die nicht an einen Kindergarten angeschlossen ist, dürfe nicht alleine und verlassen vor sich hinarbeiten, sagt Koller und begründet damit die Idee, die vom Studentenwerk Oberfranken gebaute Krippe bei der Hochschule dem Siemens-Bau inhaltlich und logistisch anzugliedern.

Gegenseitig aushelfen

Zwei voneinander getrennte Gebäude, ein gemeinsamer Chef - dieses Modell ist Koller bestens bekannt: Bevor er im Dezember 2010 Alfons Kurz als Caritas-Geschäftsführer ablöste, war er für die Seniorenheime an der Zeughaus- und Friedlandstraße zuständig. Koller sieht mit Blick auf die Kindertagesstätten den großen Vorteil, sich gegenseitig fachlich und personell aushelfen zu können.

Der Sulzbach-Rosenberger will aber nicht falsch verstanden werden. Probleme, Mitarbeiterinnen für beide Einrichtungen zu bekommen, gebe es nicht. Im Gegenteil: Für die neu geschaffenen 15 bis 20 Stellen lägen derzeit 80 Bewerbungen vor, bei der Hälfte handle es sich um Fachkräfte, die mit einer Ausnahme noch bei anderen Trägern unter Vertrag stünden. Die parteiübergreifend wiederholt angemeldeten Bedenken, der Ausbau der Krippenplätze könne zu Engpässen bei der Betreuung der Kinder führen, kann Koller mit Blick auf den Caritas-Verband nicht teilen: "Das hat uns völlig überrollt. Ich weiß, wie schwierig es ist, pädagogisches Fachpersonal zu bekommen. Das läuft bei uns völlig gegen den Trend."

Aufgabe "sehr interessant"

Es sei aber auch klar, dass sich mit der steigenden Zahl der Angebote für unter Dreijährige nicht automatisch mehr Erzieherinnen finden. Der Markt sei im Moment durch eine Art Verdrängungswettbewerb gekennzeichnet, von dem die Caritas nun offensichtlich profitiere. Die Bewerberinnen hielten die Aufgabe und das von Brigitte Netta mit der Caritas-Fachstelle erarbeitete pädagogische Konzept für sehr interessant.

Bei der Auswahl des Personals gelten laut Koller vor allem bei der Siemens-Tagesstätte andere Kriterien als üblich: Wegen der Internationalität der Belegschaft und der Zweisprachigkeit der zu betreuenden Kinder müsste das Personal zumindest der englischen Sprache mächtig sein.

Für die Caritas ist das laut Koller kein Problem, denn im zweigruppigen Kindergarten Marienheim würden Mädchen und Buben aus 14 Nationen versorgt. Dennoch betritt der Kreisverband Neuland. Die Siemens AG, die bundesweit 900 Plätze für Mitarbeiter-Kinder vorhält, vertraut in Amberg erstmals auf Dienste eines konfessionellen Trägers. (Angemerkt)
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