CSU-Landtagsabgeordneter Heinz Donhauser und seine Meinung zur Verwandten-Affäre
Gegen Pauschal-Schelten

Weist CSU-Landtagsabgeordneter Heinz Donhauser (links) hier dem Ministerpräsidenten und Parteichef den Weg? Dieses Bild mit Horst Seehofer entstand, als das Kabinett in Amberg tagte. Archivbild: Steinbacher

Sie ist in vieler Munde, diese als Affäre dargestellte Diskussion um die mit Steuergeldern bezahlten Jobs für Familienmitglieder von Landtagsabgeordneten und Kabinettsmitgliedern. Auf der am Freitag veröffentlichen Namensliste ist der Amberger CSU-MdL Heinz Donhauser nicht zu finden. "Jeder von uns muss mit seinem Gewissen ausmachen, wie weit er Gesetze und Regeln ausdehnt", sagt er im Interview mit der AZ.

Herr Donhauser, wie sehen Sie denn die "Verwandten-Affäre" im Bayerischen Landtag, von der nicht nur die CSU betroffen ist?

Heinz Donhauser: Jeder von uns muss mit seinem Gewissen ausmachen wie weit er Gesetze und Regeln ausdehnt. Gesunder Menschenverstand und Anstand sollen weiterhin oberster Maßstab sein. Undifferenzierte Pauschal-Schelten werden den erbrachten Leistungen der Abgeordneten und deren Familienangehörigen nicht gerecht.

Haben Sie selbst schon mal Verwandte beschäftigt?

Heinz Donhauser: Mein Mandatsverständnis ist das einer Offenheit und einer Ansprechbarkeit für die Leute und ihre Sorgen. Das macht nicht Halt vor der Familie und Verwandten. Unzählige Stunden musste meine Familie dafür an ehrenamtlicher Arbeit erbringen. Wenn meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in einem meiner Büros krank wurden, saßen sie sogar am Telefon - und das alles unentgeltlich.

Glauben Sie, dass es die CSU bei der Landtagswahl im September wegen dieser Negativschlagzeilen schwerer haben wird?
Heinz Donhauser: Bei Wahlen sollen die Themen - die sich aus Geleistetem, Leistungen und Zukünftigem zusammensetzen - im Vordergrund stehen und nicht die Unzulänglichkeiten Einzelner.

Schaden solche Affären allgemein der Demokratie?

Heinz Donhauser: Demokratie ist doch mehr als die Politiker. Demokratie ist gemeinsamer Gestaltungswille vom Volk als Souverän und den Repräsentanten.
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