Der Amberger Europaabgeordnete ist neuer Unterbezirksvorsitzender
SPD setzt auf Ismail Ertug

Blumen gab es zum Abschied von Christian Beyer (links). Rechts Ismail Ertug. Bild: Hartl

Ismail Ertug ist der neue Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Amberg-Sulzbach-Neumarkt. Am Freitag wählte der Parteitag in Kastl den 37-jährigen Amberger Europaabgeordneten mit 43 von 43 abgegeben Stimmen zum Nachfolger von Christian Beyer (38). Der war Ende 2012 von dem Amt zurückgetreten, nachdem die Amberg-Sulzbacher Direktkandidatin Brigitte Bachmann bei der Aufstellung der bayerischen SPD-Liste für den Bundestag nur auf Platz 34 gelandet war.

Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Ertug sprach das zu Beginn noch einmal indirekt an: Amberg-Sulzbach-Neumarkt sei der zweitstärkste Unterbezirk in der Oberpfalz. Leider sei das in der Vergangenheit nicht immer deutlich geworden. "Das sollten wir heute ändern." Die Zahlen dazu lieferte Kassier Hans Meßmann: Von 1892 Mitgliedern im Unterbezirk kommen 1169 aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, 493 aus dem Landkreis Neumarkt und 230 aus der Stadt Amberg.

Heftiger Beifall unterstrich den Dank des Unterbezirksvorstands an Christian Beyer für seine vier Amtsjahre und die Versicherung: "Es war menschlich und politisch immer eine Freude, mit dir zusammenzuarbeiten." Auch im Landesvorstand sei er von vielen Seiten nach Beyers Rückzug gefragt worden, sagte Ertug.

Der neue Vorsitzende erinnerte daran, dass der Unterbezirk nach dem Ausscheiden von Wolfgang Sieler 1990 nur noch von 1999 bis 2002 durch Reinhold Strobl einen Bundestagsabgeordneten stellte. Das liege auch daran, "dass wir auf Bezirksebene unseren Punkt nicht setzen können", obwohl der Unterbezirk dran wäre mit einem Mandat in Berlin. Dafür müsse man bei den entscheidenden Abstimmungen auf Oberpfalz-Ebene aber immer mit der vollen Zahl an Delegierten auftauchen. Beim letzten Mal hätten zu viele gefehlt: "Wir waren spitze von unten." Das gelte es zu ändern, sonst werde man weiterhin darunter leiden, nicht diszipliniert genug zu sein.

"Nicht unser Anspruch"

Wie das in der Praxis aussehen soll, demonstrierte Ertug, als er vor den Delegiertenwahlen für den Landes- und den Bezirksparteitag (erfolgreich) weitere Mitglieder dazu animierte, sich aufstellen zu lassen, damit man bei Ausfällen auf genügend Ersatzdelegierte habe, um die Reihen aufzufüllen. "Das ist nicht unser Anspruch", kommentierte Ertug die Tatsache, dass in der vorbereiteten Liste für die neun zu wählenden Delegierten zum Landesparteitag nur drei Frauen standen. Zum Schluss kam man dann auf sechs, von denen fünf gewählt wurden.

Bei der Wahl der drei stellvertretenden Unterbezirksvorsitzenden verzichtete der Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl (Schnaittenbach) auf eine erneute Kandidatur. Seine Stelle nimmt nun Bundestagskandidatin Brigitte Bachmann (Birgland) ein. Martin Seibert (Amberg) und Carolin Braun (Neumarkt) wurden wiedergewählt. (Angemerkt/Seite 19)
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