19.01.2012 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Der ehemalige Berufsschulleiter, FDP-Bundestagsabgeordnete und Stadtrat Karl-Heinz Popp ist tot Ein Schulmann und Politiker

Als Karl-Heinz Popp im Sommer vergangenen Jahres nach Farchant bei Garmisch-Partenkirchen zu seinem Sohn und dessen Familie zog, da sprach FDP-Kreisvorsitzender Stephan J. Meier von einem großen Verlust für die Partei. Jetzt müssen sich die Liberalen und die Angehörigen für immer von dem von ihnen geschätzten Menschen verabschieden. Wie erst gestern bekannt wurde, starb der 77-Jährige am vergangenen Freitag.

von Jürgen Kandziora Kontakt Profil

Mit dem Namen Karl-Heinz Popp sind eng die Begriffe Schule und Politik verbunden. Als der ehemalige Leiter der Amberger Berufsschule 1999 in den Ruhestand ging, wurde ihm attestiert, als "Anwalt des beruflichen Schulwesens" fungiert zu haben. Popp, 1934 geboren, war ein Spätberufener. Er war einst als Bauingenieur und Statiker tätig, bevor er nebenberuflich mit dem Lehrerjob Bekanntschaft machte.

Der eigentliche Einstieg bot sich ihm an der Berufsschule Amberg. Er wechselte dann an die Fachoberschule in Schwandorf, deren stellvertretender Chef er wurde. Nach seiner Abgeordnetenzeit übernahm Karl-Heinz Popp die Leitung dieser FOS. In dieser Funktion war er danach auch an den Fachoberschulen in Regensburg und Weiden tätig. 1994 kehrte er als Oberstudiendirektor nach Amberg zurück und stand für die nächsten fünf Jahre an der Spitze der hiesigen Berufsschule. Selbst nach seiner Pensionierung unterrichtete Popp noch, er gab Mathematik-Stunden an der FOS Amberg.

Der politische Karl-Heinz Popp trat 1971 in die FDP ein. Zwei Jahre später war er bereits Amberger Kreisvorsitzender, wiederum zwei Jahre danach stellvertretender Bezirksvorsitzender, 1978 schließlich Chef der Oberpfälzer Liberalen. 18 Jahre (1978 bis 1996) gehörte Popp als FDP-Einzelkämpfer dem Amberger Stadtrat an, drei Jahre (1980 bis 1983) hatte er ein Bundestagsmandat inne. In seiner Zeit als Abgeordneter in Bonn saß er im Verteidigungsausschuss und im Ausschuss für Forschung und Technologie. Außerdem war er Verbindungsmann der FDP-Fraktion zum Kommissariat der deutschen katholischen Bischöfe.
1998 folgte eine weitere ehrenvolle Aufgabe: Der damalige Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) berief den Amberger in den Beirat für Fragen der Inneren Führung.

44 Jahre hatte Karl-Heinz Popp in Amberg gelebt, bevor er im Sommer 2011 zu seinem Sohn in die Nähe von Garmisch zog. Ein langes, gesundes Leben im Kreise der Familie war ihm nicht beschieden. Die Beerdigung findet am Freitag um 14.30 Uhr im Raigeringer Waldfriedhof statt.

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