Der neue starke Mann
Angemerkt

Christian Beyer haben die Sozialdemokraten im Unterbezirk Amberg-Sulzbach-Neumarkt wirklich gemocht. Das machte der stakkatoartige Beifall bei seiner Verabschiedung sehr deutlich. Und daran hat auch der Rückzug Beyers aus dem Amt des Unterbezirksvorsitzenden nichts geändert, im Gegenteil: Er hat Beyer offensichtlich sogar noch mehr Ansehen eingebracht, weil er nicht mit lautem Getöse und aus Enttäuschung über das Scheitern persönlicher Ambitionen geschah. Beyer hat damit eher parteiintern ein Zeichen gesetzt, dass auf Oberpfalz-Ebene die Belange seines Unterbezirks stärker berücksichtigt werden müssen, und war erkennbar bemüht, dabei keinen der für die Listenaufstellung verantwortlichen Funktionsträger in der Partei zu beschädigen.

Ein leichtes Erbe ist die Nachfolge Beyers für Ismail Ertug nicht. Vor allem wird er sich nach seinen Worten vom Freitag daran messen lassen müssen, ob es ihm gelingt, wieder ein Bundestagsmandat in den Unterbezirk zu holen. Aber als Europaabgeordneter sowie als Einziger aus dem Unterbezirk, der Mitglied im SPD-Landesvorstand ist, bringt er alle Voraussetzungen mit, um diese Aufgabe zielstrebig und professionell anzugehen. Dass er es versteht, die parteiinternen Stellschräubchen richtig zu bedienen, hat er mit seinem Drängen auf die Wahl von genügend Delegierten schon bewiesen.
Das ist aber nur der erste Schritt auf einem langen Weg, an dessen Ende Ertug vielleicht sogar gedrängt werden könnte, selbst für ein Bundestagsmandat anzutreten. Vor Amberger Berufsschülern hatte er ja vor zwei Jahren geäußert, es sei ihm bewusst, dass seine Tätigkeit im EU-Parlament zeitlich begrenzt ist: "Ich weiß, dass ich das keine 30 Jahre lang machen werde."

Nachgefragt

Lanzinger: "Das war fairer Wettstreit"

Amberg. (ll) "Da bin ich ehrlich: Ich wäre natürlich lieber der erste reine Listenkandidat gewesen, aber das war ein fairer Wettstreit und 31 ist auch noch ein sehr guter Platz." Barbara Lanzinger nahm es am Sonntag sportlich, dass sie bei der Aufstellung der CSU-Landesliste für die Bundestagswahl der JU-Landeschefin Katrin Albsteiger im Rennen um den ersten Platz nach den Direktkandidaten mit 119 zu 144 unterlegen war. Als Realistin müsse sie sagen, dass ihre Chancen auf einen erneuten Einzug in den Bundestag natürlich mit Unwägbarkeiten verbunden seien, so Lanzinger, doch sei das Mandat auch von dieser Position aus möglich. Die zum Duell hochstilisierte Abstimmung zwischen ihr und Albsteiger könnten beide sehr gut als ganz normalen Vorgang in einer Demokratie einstufen. Lanzinger: "Sie hat recht, als junge Frau zu sagen: Ich will kandidieren. Der Erfolg gibt ihr recht, und das ist in Ordnung." (Seite 3)
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