17.02.2007 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Die Amberger Malerin Marie Ankermüller - Von Stadtheimatpfleger Hans Hummel: Mittelmaß war ihre Sache nicht

Am 16. Februar 1882, also genau vor 125 Jahren, wurde sie geboren - heute ist der Name der Amberger Künstlerin Marie Ankermüller nur noch wenigen ein Begriff. Stadtheimatpfleger Hans Hummel gehört zu diesem kleinen Kreis. Er hat anlässlich ihres "Geburtstags" Wissenswertes über Marie Ankermüller zusammen gefasst:

von Redaktion OnetzProfil

125 Jahre sind vergangen seit der Geburt eines Töchterleins der Schmiedemeisterseheleute Caspar Alois und Franziska Ankermüller, letztere eine geborene Böckler. Die Familie lebte Am Roßmarkt 14, in einer Schmiede mit Holzvorbau, in der die Pferde beschlagen und hin und wieder ein Wildschwein abgesengt wurden. Maries Geschwister hießen Hans, Sepp, Schorsch, Karl, Barbara und Klara.

Karl folgte beruflich seinem Vater nach. Nach der Realschule legte er mit 25 Jahren 1909 die Meisterprüfung ab und eröffnete ein Jahr darauf seine Kunst- und Bauschlosserei. Aus seiner Werkstatt stammen z. B. die handgeschmiedeten Teile der Rathausstiege und das Tor zum Landratsamt. Aber auch in Dreifaltigkeitsschule, Stadtsparkasse, Volksbank, Ringtheater und in der Brauerei Kummert findet man seine Spuren.

Seine zwei Jahre ältere Schwester Marie zeigte Neigung zum Künstlerischen und setzte sich als Malerin auch durch. An sich selbst stellte sie hohe Ansprüche, Mittelmaß war ihre Sache nicht. Schon mit 15 Jahren ging sie 1897 an die Kunstgewerbeschule München. Bei ihrem Lehrer Otto Gmelin bestand sie auch das staatliche Abschlussexamen mit anerkannter Qualifikation. Nach zwei Jahren Zeichen- und Malunterricht in einem Salesianerinnen-Internat wurde sie Schülerin der "Nazarenerin" Anna v. Oer. 1907 begann ihre Münchner Schaffenszeit, in der sie sich bei den Professoren Knirr und Nono und dem Benediktiner-Maler Willibrord Verkade weiterentwickelte. Die Fresker der Schlosskapelle Scharfenberg in Sachsen, Magdeburger Altarbilder und ein Kreuzweg in Traben-Trarbach zählen zu ihren Schöpfungen.

In Amberg finden sich kaum größere Werke. Nach dem 2. Weltkrieg schuf sie im Auftrag der Amberger Frauen ein Triptichon als Votivbild für die Mariahilfbergkirche. Es hängt heute im Klostergebäude der Franziskaner. Das Stadtmuseum ist im Besitz eines sehr guten Porträts der Mutter von Marie aus dem Jahr 1907.

Am 31. August 1969 starb der Hausherr Karl Ankermüller. Seine finanzielle Hinterlassenschaft entsprach kaum den Erwartungen, und so wurde das Schmiede-Anwesen verkauft. Marie ging mit ihrer Schwägerin Lina zu Tante Klara nach Nürnberg - und schon nach kurzer Zeit gehörten sie zu den Betreuten im Altersheim Pressath. Marie starb dort am 20. 12. 1971. Tot kam sie wieder zurück in ihr geliebtes Amberg, wo aber neue Schwierigkeiten auftauchten. Die befreundete Familie Arbogast löste diese, indem sie 35 Jahre lang die Grabgebühren und auch die -pflege übernahm. Seit 23. Dezember 2006 kommt die Stadt für den finanziellen Teil der Begräbnisstätte im Katharinenfriedhof auf.

 

 

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