26.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Ehepaar Hannelore und Erdreich Kiecker untersucht schottische Steinkreise und findet Lösung Ein runder Dank an die Erde

Es ist der Wind, der Hannelore und Erdreich Kiecker so beeindruckt hat. Ständig pfeift er über die Äußeren Hebriden, einer Inselgruppe am Ende der Welt. Schon die Steinzeitmenschen auf diesen Felsblöcken im Atlantik im Nordwesten von Schottland suchten in fensterlosen Rundbauten Schutz vor dieser Naturgewalt. Wer hierher fährt, der hat eine Mission. Und die haben die Kieckers erfüllt.

Hannelore und Hans Erdreich Kiecker erzählen von ihrer Reise an das äußerste Ende der Welt. Auf den Äußeren Hebriden haben sie sich einen Steinkreis einmal etwas genauer angeschaut. Bild: Steinbacher
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Vielen Ambergern sind Hannelore und Hans Erdreich Kiecker ein Begriff. Seit Jahren schon erforscht das Ehepaar mit seinen Wünschelruten die Erdstrahlen - in der Region, in ganz Europa und eben am Ende der Welt. Fünf Tage waren sie nun auf den Äußeren Hebriden. Nicht wegen des Windes. Sie haben sich einen der schönsten Steinkreise angeschaut, den es auf den britischen Inseln gibt, die Standing Stones of Callanish auf Lewis. Und sie glauben, das Geheimnis dieser Formation gelöst zu haben, welche die Menschen irgendwann zwischen 3000 und 1500 vor Christus auf den felsigen Untergrund gesetzt haben: Sie steht exakt auf Erdstrahlen, ihr Zentrum ist die Kreuzung zweier Linien.

Steine aus dem Meer

"Die Steine sind aus Gneis, sie kommen aus dem Meer." Erdreich Kiecker ist ganz in seinem Element. Auf dem heimischen Küchentisch im Dreifaltigkeitsviertel haben Hannelore und er eine Landkarte Schottlands ausgebreitet. Fotos des Steinkreises liegen neben einer grafischen Darstellung, welche seine Lage auf den Erdstrahlen und einer Wasserader beweisen soll. "Denn die scheinbar verwirrende Anordnung hat ein System", sagt Erdreich Kiecker.

Seiner Meinung nach haben die uralten Steinkreise nichts mit der Sonnenwende oder dem Mondzyklus zu tun, sind keine frühzeitlichen astronomischen Beobachtungsstellen. Die Menschen, die vor rund 5000 Jahren auf den Äußeren Hebriden - übrigens bei wohl etwas wärmerem Klima als heute - lebten, haben seiner Auffassung nach auf einem Kreuzungspunkt zweier Erdstrahlen ein Monument gebaut, um den Dank auszudrücken, für alles, was aus der Erde kommt.

Mit dieser Auffassung stehen die Kieckers so ziemlich allein da, was sie aber nichts sonderlich stört. "Das ist beweisbar", sagt Hans Erdreich, "das kann jeder Rutengänger nachprüfen." Auf einer Skizze hat er die exakt vermessenen Steine des Kreises aufgemalt, hat darunter die Erdstrahlen gelegt. Es passt exakt. Nur einige Steine scheinen zu stören. Aber auch hierfür gibt es eine Kiecker'sche Lösung: Sie zeigen den Verlauf einer Wasserader.

Doch es geht noch weiter. Der Kreis der 13 Steine um den großen Findling in der Mitte hat einen exakten Durchmesser von zwölf Metern. "Ein Erdstrahl ist ungefähr 95 Zentimeter dick", so rechnet Erdreich Kiecker vor. "Und dreizehn Mal 0,95, das ergibt wieder Zwölf." Das Kreuz mit dem Kreis in der Mitte ist nach seiner Darstellung das Zeichen der damaligen Menschen. Die wohl während der letzten Eiszeit auf die Äußeren Hebriden gelangten, als es über den Gletscher eine Verbindung zum Festland gegeben haben muss.

Geheimnis gelöst

Hannelore und Hans Erdreich Kiecker mussten nicht über das Eis wandern, sie haben das Flugzeug genommen. Und sie haben viele Menschen getroffen, die gleich ihnen zu dem Steinkreis gepilgert sind. Sie haben die in jedem Licht anders schillernden Steine angefasst, haben ihren Tönen gelauscht und dem starken Wind getrotzt. Hannelore und Hans Erdreich Kiecker aber haben für sich das Geheimnis des Kreises gelöst.

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