19.11.2009 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Ein Dutzend Gitarrenkünstler unterhält prächtig Legenden der Saiten

von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Wie gut waren sie nun wirklich, die Gitarrenkünstler, die uns am Ende der 70er, in den 80er und teilweise 90er Jahren in die Konzertsäle lockten und dort auf ihren sechs Saiten brillierten? Sie waren phantastisch - und sind es heute noch. Was am Samstag ein Dutzend von ihnen bei den Amberger Gitarrenlegenden II im Casino-Saal eindrucksvoll unterstrich.

Vorn ein großes, weißes Tuch, dahinter Bourbon mit "Also sprach Zarathustra". Der Vorhang fällt, die Band jagt Thin Lizzy's "The Boys are back in Town" durch die Boxen. Und dann kommen sie die "Boys", einer nach dem anderen, unterstützt von Bourbon. Ur-Bourbon Alfred Ripp eröffnet, Ex-Bourbon Peter Zimmermann folgt. Drei Stück Deep Purple, gefolgt von einem Hotel California. Charlie Misler spielt und singt sein "Summer in Berlin", mit "La Grange" schwenkt er zu ZZ Top. Dann steht auch schon Tom Krusche da, "Little Wing" von Jimi Hendrix hat er mitgebracht, dann gemeinsam mit Jeff Fichtner den "Cowboy Song" - wieder ist es Thin Lizzy.
Jeff Fichtner sorgt dann für den Wiedererkennungseffekt. "Jessica", das Traumstück von den Allman Brothers kennen die anwesenden Menschenmassen - der Saal war wirklich knackevoll - vom Radiohören als Erkennungsmelodie des Club 16. Kurze Pause. Dann zeigt Michael Dandorfer, dass es auch unter den jungen Gitarristen richtige Könner gibt. Er lässt den Red Baron steigen, um sich anschließend mit Axel Stieber dem Freeway Jam von Jeff Beck zu widmen.

Axel Stieber beweist am sechssaitigen Bass, dass der Long Train von den Doobie Brothers noch immer am Running ist. Dann ein Höhepunkt: Wolfi Stubenvoll mit einer gefühlvollen Interpretation von "Somewhere over the Rainbow". Gänsehaut-Feeling. Doch Wolfi ist auch ein Harter und haut "Long live Rock'n'Roll" von Rainbow hinterdrein. Und gleich noch was für die Gänsehärchen: Klaus Götze interpretiert "While my guitar..." von den Beatles. Es folgt als Reminiszenz an den großen Jimi da oben im Himmel sein "Purple Haze".

Gemeinsam mit Klaus Selig befindet er noch "I'm going down", dann lässt Klaus Selig mit "Another Brick in the Wall" die Mauern einstürzen, und zeigt bei "I still got the Blues", dass er mit Gary Moore einem ehemaligen Thin Lizzy-Mitglied huldigt. Danach darf Hans Ernst zeigen, dass erstens alles nur Rock'n'Roll ist und zweitens auch Rhythmus-Gitarristen ein supertolles Feeling haben. Fehlt noch der Gastgeber: Martin Gruber von Bourbon. Er legt mit "People get ready", unter anderem interpretiert von Jeff Beck und Curtis Mayfield, einen sanften Schlussteppich aus.

Auf dem treffen sich dann alle zwölf Gitarristen und jagen ein Brett durch den Saal: The Boys are back in Town. Das waren sie, die Gitarrenlegenden unserer Jugend. Und schon warten wir auf mehr.

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