Einigkeit beim Pferdestall in Thanhausen - "Wer da nicht bauen will, soll es gehenlassen"
27. November 2000: Eine Mark fürs Freibad Altglashütte

Bärnau. (den) Interessierte Bürger und Stadträte hielten sich zahlenmäßig die Waage bei der Bürgerversammlung in Bärnau. Bürgermeister Peter Hampel begrüßte die Zuhörer und schnitt als ersten Punkt die Abwasserbeseitigung der Großgemeinde an. Dabei stand der Anschluss des Ortsteiles Naab zur Diskussion.

Die Bürger sprechen sich hierbei für eine eigene Lösung aus; das Wasserwirtschaftsamt Weiden schreibt jedoch den Anschluss an Bärnau vor. Ein Anschluss für das Baugebiet „An der Lehmwiese“ ist bereits vorgesehen; Hampel betonte jedoch, dass dies noch nicht ausgestanden sei.

Der nächste Punkt behandelte die Trinkwasserversorgung. Im Frühjahr sei die Erneuerung des Netzes in Hermannsreuth dran, die Selbstversorgung in Schwarzenbach klappe jetzt problemlos. Diese Woche steht ein Gespräch mit den Einwohnern von Ellenfeld an. Die Bürger überlegen sich nämlich auch die eigenständige Versorgung. Hampel gab zu bedenken, dass hier nicht nur rechtliche Probleme auf sie zukommen.

Dem drohenden Verlust von Arbeitsplätzen bei einer Neustrukturierung des Zollamtes Bärnau will Bürgermeister Hampel auf politischer Ebene entgegenwirken. Auch die Rückzahlung von 160 000 Mark, die für die Sanierung der Grundschule von der Regierung bereitgestellt wurden, steht wahrscheinlich ins Haus. Man habe bereits einen Antrag an das Ministerium gestellt. Dann waren die Zahlen für das vergangene Haushaltsjahr an der Reihe.

Markante Punkte waren eine Unterdeckung beim städtischen Kindergarten von über 130 000 Mark und fehlende 120 000 Mark im Freibad Altglashütte. „Unsere Kinder müssen uns das schon wert sein“, erklärte Bürgermeister Hampel. Er merkte an, dass eine endgültige Entscheidung über das Freibad noch nicht getroffen worden sei. Kommenden Donnerstag finde eine Besprechung mit dem Förderkreis statt.

Die Stadt Bärnau stehe dabei weiterhin zu ihrem Vorschlag 40 000 Mark jährlich für das Bad bereitzustellen, für den Rest müsste dann der Förderverein aufkommen. Zahlreiche Bürger machten hier den Vorschlag, das Bad für eine symbolische Mark an die Nachbarn Floß und Flossenbürg zu verkaufen. „Die wollen doch unbedingt das Bad erhalten. Dann sollen sie auch dafür aufkommen“, sprach sich ein Zuhörer aus.

„Gleich ganz zuschütten“

Andere Stimmen erinnerten daran, dass eine öffentliche Einrichtung nicht immer kostendeckend arbeiten muss. Oder man solle das Bad gleich ganz zuschütten und das Geld lieber in den Badeweiher investieren. „Man sollte lieber das Hallenbad ganzjährig öffnen, und das kalte Freibad, in das ja doch kein Bärnauer rauffährt zumachen“, erklärte ein anderer.


Nachdem dieser Streitpunkt beendet wurde, ging es um den Pferdestall in Thanhausen. Hier herrschte Konsens, sogar der Bürgermeister hatte seine Meinung geändert. „Soll er doch stehen bleiben, wer da nicht hinbauen will, soll es halt bleiben lassen“, war die einhellige Meinung.

Zum Abschluss brachten die Bürger noch kleinere Probleme, wie liegengelassene Abwasserrohre auf dem Gehweg, vor, bei denen der Bürgermeister versprach Abhilfe zu schaffen. „Aber der Hinweis Bärnau auf dem Autobahnschild ist nicht zu machen“, erklärte Hampel. „Na dann kleben wir das halt bei Nacht und Nebel selber hin“, meinte ein Anwesender.