ERSC Amberg analysiert sportlich missglückte Saison - Mustafa Sugle neuer Vorsitzender
"Nur selten zufriedenstellend"

Die neue Führungsriege des ERSC Amberg. Sitzend von links: Florian Ksoll (1. Obmann Nachwuchs), Mustafa Sugle (Vorsitzender), Frank Jacobi (2. Vorsitzender), Gerlinde Pelka (Revisorin). Stehend von links: Stefan Schubert (2. Obmann Nachwuchs), Sebastian Gassner (1. Obmann Senioren), Miroslav Swadzba (Kassier), Günter Paßler (Schriftführer) und Philipp Paßler (2. Obmann Senioren). Bild: pa

Nur zwei neue Gesichter, aber doch wichtige personelle Änderungen bei den Verantwortlichkeiten des ERSC Amberg: In der Jahreshauptversammlung des Eishockeyclubs wählten die Mitglieder Mustafa Sugle zum neuen Vorsitzenden.

Der bisherige Kassier übernimmt damit das Amt von Oliver Heisel, der nach zwölfjähriger Vorstandstätigkeit aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidierte, den Löwen aber weiter als medizinischer Betreuer zur Verfügung stehen wird. Erstmals in den Vorstand gerückt sind Miroslav Swadzba als Kassier und Stefan Schubert in der Nachwuchsleitung. Den geschäftsführenden Vorstand komplettieren wie bisher Frank Jacobi als zweiter Vorsitzender und Schriftführer Günter Paßler.

Mike Morin, der Alltime-Topscorer der Löwen und schon mehrfach als Coach eingesprungen, wurde für seine Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt.

Nicht mehr genug Zeit

Seinen Bericht als Vorsitzender erweiterte Oliver Heisel noch etwas mit einer Rückschau auf die langen Jahre, die er in verschiedenen Ämtern beim ERSC verbrachte: "Das hat mich geprägt, das hat Spuren hinterlassen." Ein späteres und neuerliches Engagement im Verein wolle er nicht kategorisch ausschließen, aber aktuell "und schon eigentlich in den letzten beiden Jahren" könne er nicht mehr die Zeit aufbringen. Seinem Nachfolger, den er selbst empfohlen hatte, wünschte er eine glückliche Hand. Seine Einschätzung des vergangenen Landesliga-Spieljahres deckte sich mit der des Obmannes: "Das war nur selten zufriedenstellend."
Sebastian Gassner, ebenso wie sein Stellvertreter Philipp Paßler im Amt bestätigt, war wie viele andere vor dem Saisonstart zuversichtlich. "Vom Kader her wurden wir vorab sogar schon zum Geheimfavoriten erhoben", sagte Gassner. Leider sollte sich bald zeigen, dass die Mannschaft sich trotz persönlicher Klasse oftmals selbst im Weg stand. Viele Partien gingen unnötig verloren, was schließlich zum Rücktritt von Trainer Michael Dippold Anfang Dezember führte. "Den Schuh müssen wir uns wohl alle miteinander anziehen", wollte Gassner die Ursache nicht bei Einzelnen suchen.

Der ERSC sei sogar in Abstiegsregionen gekommen, aber mit dem neuen Duo Stefan Ponitz - als Spielertrainer - und "Feuerwehrmann" Mike Morin habe man den Klassenerhalt doch noch klar geschafft. "Unsere Leistungen wurden zwar nicht deutlich, aber spürbar besser", erinnerte der Obmann an die Schlussphase, wo wieder häufiger gewonnen wurde. "In der kommenden Saison", so der Ausblick, "müssen wir alle das deutlich besser machen."
Dem konnte sich Mustafa Sugle, noch in seiner Funktion als Kassier, nur anschließen. Wegen des nominell guten Kaders habe man sich sportlichen Erfolg und dadurch auch etwas mehr Zuschauereinnahmen erhofft: "Da waren wir alle enttäuscht. Aber das ist uns eine Lehre, im nächsten Jahr noch niedriger zu kalkulieren", so Sugle. Die Finanzen des Vereins bezeichnete er als solide, man sei aktuell schuldenfrei.

Ausgaben: 45 000 Euro

Ein Defizit sei aber nur zu verhindern gewesen, "weil wir an allen Ecken noch etwas zusammengekratzt haben", sagte der Kassier. Dies könne aber nicht zur Dauerlösung werden, meinte Sugle, der als größten Faktor der rund 45 000 Euro Ausgaben die Eiskosten im Amberger Stadion nannte: "Da haben konkurrierende Landesligavereine schon eine Art Wettbewerbsvorteil." Die Monate bis zur kommenden Saison würden verstärkt im Zeichen der Sponsorensuche stehen - und die gestalte sich immer schwieriger.

Von einer ansteigenden Tendenz berichtete Florian Ksoll als Nachwuchsleiter. Er hatte dieses Amt während der Saison kommissarisch von Niki Seemann übernommen. In der Spitze habe man gut 20 Kinder zu den Übungseinheiten begrüßt. Besonders positiv habe sich ausgewirkt, dass zu den neuen Zeiten am Montag (15 Uhr) die gesamte Eisfläche zur Verfügung stand. Unterstützung bei der Betreuung des Nachwuchses fand Ksoll unter anderem bei Spielern der 1. Mannschaft. Auf Nachfrage etlicher Eltern habe man sich entschieden, nun auch eine Laufschule für Inlinehockey im Sommer einzuführen. Sie begann am 3. Mai.

Jugend ohne Druck

Für die kommende Eishockey-Saison denkt man an die Zusammenstellung einer Mannschaft, die gegen andere Teams Freundschaftsspiele austragen oder gemeinsame Übungseinheiten abhalten, aber nicht am Ligenspielbetrieb teilnehmen soll. Anfragen dazu gebe es schon aus Weiden (Puckbusters), Neumarkt und Kulmbach. Die Philosophie erklärt Ksoll so: "Eishockey oder Inlinehockey mit Teamgeist und Niveau, aber ohne Leistungsdruck", wobei das nicht heißen solle, dass die jungen Spieler den Sport dann weniger ernst nehmen würden.
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