16.07.2013 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Fast 15 Jahre Gefängnis für mutmaßlichen Drogendealer - Freund kommt relativ glimpflich davon Urteil trifft mit seiner ganzen Härte

von Autor HWOProfil

Der eine kam milde davon, den anderen traf das Urteil mit ungeahnter Wucht. Nach einem Verhandlungsmarathon, der im November 2012 begann und jetzt mit dem 44. Prozesstag endete, muss ein 35-jähriger Übersiedler aus Amberg fast 15 Jahre ins Gefängnis.

Sein Freund und Mitangeklagter, 36-jährig und in Sulzbach-Rosenberg ansässig, erhielt drei Jahre und neun Monate Haft. Was sich in Amberg und Sulzbach-Rosenberg ab dem Jahr 2010 abspielte, war das bandenmäßige Operieren mehrerer Dutzend Männer, die - jeder auf seiner vorher festgelegten Position - für die Einfuhr und die Verteilung von Rauschgift sorgten. Es ging um mehrere Kilo Heroin und fast einen halben Zentner Haschisch.

Ausgangspunkt war Sauna

Als nun vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth die Urteile gesprochen wurden, verdeutlichte sich, dass die illegalen Geschäfte von Russland aus gesteuert und wohl auch kontrolliert worden waren. Ausgangspunkt war eine in Sulzbach-Rosenberg eröffnete Sauna. Der Betreiber, so sagte die Strafkammervorsitzende Barbara Richter-Zeininger, sei wohl zunächst um Schutzgeld erpresst worden. Als er 15 000 Euro zahlen sollte, trat der 35-Jährige aus Amberg auf den Plan und sorgte dafür, dass die Erpresser nicht mehr erschienen. Ab dann konnte er über die Räumlichkeiten der Sauna nach Belieben verfügen.
Das Haus wurde, ebenso wie eine Wohnung im Amberger Dreifaltigkeitsviertel, zur Anlaufstelle für die Kuriere. Wenn bei Telefonaten die Rede von "schwarzen Reifen" war, handelte es sich um Haschischlieferungen. Mitunter ging es auch um die Meldung "Wir fahren zur Arbeit" und Stunden später um die Bestätigung "Sind erfolgreich zurück." Dann war Heroin im Spiel. Dem in Sulzbach-Rosenberg wohnenden 36-Jährigen konnte im Prozess nur die Beteiligung an einem Einbruch in Nürnberg nachgewiesen werden. Im Hinblick auf die Drogengeschäfte wurde er freigesprochen.

Nur Aktivitäten zählen

Der Mann, so hieß es in der Begründung, sei zwar Mitglied der Bande gewesen. Doch Aktivitäten innerhalb der Vereinigung seien ihm nicht zu beweisen. "Und nur Aktivitäten würden zählen", unterstrich die Gerichtsvorsitzende. Der Mann aus Amberg muss 14 Jahre und sechs Monate in Haft. Er war nach Überzeugung der Kammer bei allen zur Debatte stehenden Drogengeschäften und auch bei dem Einbruch in Nürnberg dabei. (Siehe auch Seite 4)

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