01.09.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Fast irrationale Angst vor Luftangriffen

von Redaktion OnetzProfil

Vom ersten Tag des Krieges an befürchtete man Luftangriffe und traf strenge Verdunkelungs- und Luftschutzmaßnahmen. Als vorbeugende Maßnahmen waren sie zum 1. September angeordnet worden. Selbst in Amberg! Ständig wurde in der Zeitung darauf hingewiesen. Bereits am 4. September musste die Verdunkelung vollkommen sein.

Männer des Reichsluftschutzbundes in Uniform und Stahlhelm überprüften die vorgeschriebenen Maßnahmen. "Jedes Haus in Amberg luftschutzbereit! - Säumige werden bestraft. Ein Haus ist dann luftschutzbereit, wenn der Dachboden restlos entrümpelt ist, die Verdunkelung als Dauereinrichtung durchgeführt ist, der ausersehene Kellerteil hergerichtet und kenntlich gemacht ist." Keller, die als Luftschutzbunker dienten, mussten an der Außenwand mit den Buchstaben LSR und einem weißen Pfeil kenntlich gemacht werden.

Die folgenden Vorschriften (Amberg-Sulzbacher Zeitung, 8. September 1939) mussten genau befolgt werden: "Gaststätten müssen unter allen Umständen verhindern, dass bei Zu- und Abgang von Gästen Lichtschein nach außen fällt. Hinter dem Eingang müssen deshalb lichtundurchlässige Vorhänge, Decken usw. angebracht werden. Auch Ladenbesitzer müssen an der Eingangstür eine Lichtschleuse anbringen. Die Treppenhausbeleuchtung ist abzuschirmen, weil sonst bei Öffnung der Haustür das Licht nach außen fällt. Die an der Hinterfront der Häuser liegenden Fenster sind mit gleicher Sorgfalt zu verdunkeln wie die Fenster der Vorderfront. Speisekammern, Badezimmer usw. dürfen nicht vergessen werden, Abschirmung der elektrischen Birnen genügt häufig nicht. Taschenlampen sind auf der Straße und beim Öffnen der Haustür nicht zu verwenden."

Aber die Bevölkerung nahm die Maßnahmen nicht ernst genug, da ja auch Fliegerangriffe ausblieben. "Trotz der bestehenden Vorschriften kann man immer wieder beobachten, dass Personen auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen während der Verdunkelung Hand- und Taschenlampen benutzen, die nicht vorschriftsmäßig abgeblendet sind." Am 9. November kündigte man strengstes Vorgehen der Polizei gegen alle Verdunkelungssünder an.

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