16.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

FC Amberg geht ideenlos 0:2 unter - Trainer Timo Rost nach zweiter Heimniederlage auf der Kippe Weiden gewinnt das Derby und ist Bayernliga-Spitzenreiter

Nach dem Schlusspfiff im Derby zwischen dem FC Amberg und der SpVgg SV Weiden feierten nur die Gäste: Sie hatten gerade eben das Oberpfalzderby mit 2:0 gewonnen und kletterten zumindest über Nacht auf Platz 1 der Bayernliga Nord.

von Autor MIRProfil

Dementsprechend zufrieden war Weidens Trainer Christian Stadler nach der Partie: "Wir haben viel investiert, Mut bei der Aufstellung bewiesen und haben uns dafür belohnt."

Etwas anders war die Gemütslage beim FC-Trainer Timo Rost: "Die Enttäuschung ist riesig. Wir waren viel zu verkrampft und machen die Tore einfach nicht. Das war einfach viel zu wenig Leidenschaft von uns. In einem Derby musst du Gras fressen - das hat mir heute gefehlt." Und dann brachte er es noch deutlicher auf den Punkt: "Derby verlieren ist scheiße."

Rund 1200 Zuschauer waren am Freitagabend zum Topspiel ins Stadion am Schanzl gekommen. Beide Teams begannen ähnlich wie zuletzt. Beim FC Amberg rutschte Andre Karzmarczyk für Alexander Konjevic ins Team, Michael Plänitz wurde dafür in die Innenverteidigung zurückbeordert. Die SpVgg SV Weiden begann so wie zuletzt beim 2:0-Heimsieg gegen Haibach, lediglich Andreas Wendl rutschte für Martin Schuster in die Startelf.

Das erste Ausrufezeichen der Partie setzten die Gastgeber nach 12 Minuten. Julian Ceesay donnerte einen Freistoß aus gut 25 Metern aufs Tor, Weidens Keeper Dominik Forster lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Latte, der Ball sprang zurück auf Tobias Wiesner, doch der brachte den Ball aus fünf Metern per Kopf nicht im Tor unter.

Eine Szene, "in der wir die Führung hätten machen müssen", ärgerte sich Timo Rost nach der Partie. Das erledigten drei Minuten später dafür die Weidener. Nach einer Ecke klärte Michael Brandl per Kopf an die eigene Latte, Stefan Graf versenkte den Abpraller - im Gegensatz zu Wiesner - und markierte so das 0:1 für Weiden (15.).

Die SpVgg versammelte sich in der Folge kompakt in der eigenen Hälfte und überließ dem FC das Spiel, doch damit konnte die Rost-Elf nicht viel anfangen: Zu ideenlos, zu wenig Anspielstationen - die Weidener Pausenführung war deshalb auch nicht unverdient.

Kurz nach Wiederanpfiff drückte der FC etwas mehr, hatte bei einem Schuss von Tobias Wiesner (55.), einem Kopfball von Frank Lincke (57.) und erneut einem Kopfball von Christian Knorr (58.) gute Möglichkeiten zum Ausgleich, aber nutzen konnte man keine. Nach einer knappen Stunde legten dafür die Gäste ein Tor drauf. Nach einem Konter über Thomas Schneider kam der Ball von einem FC-Verteidiger abgefälscht zu Christoph Hegenbart, der sich diese Chance nicht entgehen ließ und mit seinem sechsten Saisontor zum 0:2 abstaubte.

Viel kam danach nicht mehr von einem anrennenden, aber kreativlosen FC. Die einzig nennenswerte Chance hatte Marco Wiedmann mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, der wurde aber vom Weidener Abwehrbollwerk abgeblockt. Und so stand am Ende die zweite Heimniederlage für den FC Amberg, der mit weiterhin elf Punkten im Mittelfeld der Tabelle hängen bleibt.

Ob diese Niederlage Trainer Timo Rost am Ende den Kopf kostet, wusste eine gute halbe Stunde nach Spielschluss keiner so recht. Co-Trainer Bernd Scheibel glaubte aber nicht, dass etwas passiert: "Ich gehe davon aus, dass Timo Trainer bleibt."

Deutlich weniger Rückendeckung gab es hingegen vom Vorstandsvorsitzenden Helmut Schweiger: "Ich kann jetzt direkt nach dem Spiel nichts dazu sagen - kein Kommentar." Ein Vertrauensbeweis hört sich anders an. Sollte alles beim Alten bleiben, gibt es für Timo Rost auf jeden Fall genug zu tun in der kommenden Woche: "Wie es mit mir weitergeht, das müssen andere entscheiden. Was die Mannschaft und das heutige Spiel angeht: Das müssen wir jetzt aufarbeiten. Es kann nicht sein, dass wir so emotionslos auftreten."

Die Gäste aus Weiden feierten da immer noch mit ihren Fans den Derbysieg. Und den hatten sich die Weidener nach diesem Spiel gegen einen blutleeren und emotionslos auftretenden FC Amberg unter dem Strich auch verdient.

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