FC Amberg unterliegt Jahn Forchheim 0:1 - Großbardorfs Niederlage dämpft etwas die Enttäuschung
Später Konter verdirbt Scheibel-Debüt

Mindestens einen Punkt hätte der FC Amberg im Spitzenspiel der Fußball-Bayernliga Nord gegen die SpVgg Jahn Forchheim verdient gehabt. Doch es kam, wie so oft: Mitten hinein in die Drangperiode des FC Amberg fiel kurz vor Schluss per Konter das Gegentor durch Manuel Menges. Und mit der 0:1-Niederlage waren die Amberger am Samstag beim Debüt von Interimstrainer Bernd Scheibel um die Früchte einer starken zweiten Hälfte gebracht.

Die Folgen halten sich aber in Grenzen: Die Amberger können den Relegationsplatz zur Regionalliga weiterhin aus eigener Kraft schaffen, weil auch Konkurrent TSV Großbardorf gegen den TSV Aubstadt mit 0:1 verlor. Amberg bleibt vier Punkte hinter Großbardorf, hat aber noch zwei Nachholspiele (gegen Kleinrinderfeld und Selbitz) in der Hinterhand.

Vier Änderungen

Im Spiel eins nach der Beurlaubung von Trainer Alberto Mendez änderte Scheibel die Startelf auf vier Positionen, brachte in der Abwehr den lange verletzten Daniel Möller und den zuletzt gesperrten Stefan Wiechers für Oktay Yumak und Julian Ceesay. Andreas Graml und Tobias Laurer blieben im Vergleich zum Erlangen-Spiel zunächst draußen, für sie rückten Friedrich Lieder und Arpad Backens als zweiter Stürmer neben Benjamin Werner in die Mannschaft. Beide Angreifer konnten sich allerdings gegen die solide Jahn-Abwehr nicht so richtig in Szene setzen.

Der auf einen Aufstieg in die Regionalliga verzichtende Spitzenreiter, ohne den verletzten Torjäger Tom Jäckel angetreten, bekam nach der Partie ein dickes Kompliment seines Trainers Michael Hutzler: "Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft, sie ließ sich nicht gehen, was ja hätte sein können und alle erwartet haben." Dabei räumte er "einen zum Schluss glücklichen Sieg" ein, nach (Chancen-) Überlegenheit seiner Mannschaft vor der Pause: "Da hätte es 3:0 für uns stehen können." Nach zwei Minuten schon gab es eine ganz dicke Chance für Friedrich Lieder, Torhüter Beck nahm ihm den Ball vom Fuß. In einem insgesamt recht chancenarmen Durchgang hatte Jahn Forchheim durch Ulbrich (11.) und Roas (20.) gute Möglichkeiten, Ambergs Schlussmann Matthias Götz aber war hellwach. Die erste Ecke des Spiels gab es in der 41. Minute - und zwar für den FC Amberg.
Beide Teams riskierten vor der Pause nicht viel, das änderte sich nach dem Seitenwechsel, als sich der FC Amberg seiner Linie von der sprichwörtlich starken zweiten Hälfte treu blieb. Besonders über den für Möller eingewechselten Andreas Graml, von dem weit mehr Impulse nach vorne ausgingen und der der Mannschaft viel mehr Gefährlichkeit verlieh, wurde Dampf gemacht. Die Hausherren übernahmen klar das Geschehen, weit mehr spielte sich in der Forchheimer Hälfte ab, die FC-Führung war an sich überfällig.

Heftige Diskussionen

Eine vermeintliche Tätlichkeit gegen Backens sorgte in der 54. Minute für lautstark protestierende Amberger, Rudelbildung im Mittelfeld und verbale Meinungsverschiedenheiten. Doch Schiedsrichter und Assistent entschieden auf Weiterspielen. Es war der Aufreger in der zweiten Hälfte, in der die Amberger Oliver Gorgiev (78.), Sebastian Müller (58.) und Arpad Backens (49./79.) die dicksten Chancen hatten. Zuvor hatte Messingschlager auf der Linie gerettet, ansonsten hatten die Forchheimer im 1,93 Meter großen Torhüter Rüdiger Beck ihren großen Rückhalt.
Die Amberger kämpften und spielten, rannten und rackerten, Forchheim verteidigte aber mit Übersicht, ein Elfmeter an Tobias Laurer wurde nicht gegeben. Backens und Gorgiev fanden in Torhüter Rüdiger Beck ihren Meister. Eigentlich hatte sich schon alles auf ein Unentschieden eingestellt, es wäre dem Spielverlauf auch gerecht geworden, dann ereilte den FC doch noch das Pech. Einen Konter über Florian Clausnitzer schloss Manuel Menges mit dem 0:1 ab (85.). Forchheim hat den Sieg nicht verdient, Amberg die Niederlage ebenfalls nicht - und doch ist das Ergebnis so hinzunehmen.

Nach dem Schlusspfiff war Interimstrainer Bernd Scheibel offenbar richtig angefressen und verweigerte zu Fragen zum Spiel jeden Kommentar.
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