16.01.2004 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

FH-Präsident Professor Dr. Bauer über Wissenschaft und religiöse Werte Herr Jesus und das Internet

"Wenn unser Herr Jesus und seine Nachfolger das Internet gehabt hätten - sie wären die ersten gewesen, die es genutzt hätten." FH-Präsident Professor Dr. Erich Bauer verdeutlichte bei der gestrigen Konferenz des Dekanats Amberg-Ensdorf mit dieser theologischen Spekulation, dass sich auch die Kirche moderner Kommunikationswege nicht verschließen soll.

von Jürgen Herda Kontakt Profil

Der studierte Theologe an der Spitze einer technisch ausgerichteten Fachhochschule regte im Rahmen der Konferenz eine mögliche Symbiose zwischen Wissenschaft und Religion an. Er könne sich sowohl eine professorale Beratung der Kirchenvertreter als auch eine technische Unterstützung vorstellen: "Wie sieht effektive Öffentlichkeitsarbeit aus? Wie gehe ich mit den Medien um? Wie präsentieren wir uns in der kirchlichen Presse? Aber auch Studienarbeiten, die den Web-Auftritt einer Gemeinde oder die Neugestaltung einer Zeitschrift realisieren, sind denkbar."

Einen besseren Ratgeber als den langjährigen Pressesprecher der CSU-Landtagsfraktion und Miterfinder eines "Wertemanagement-Systems", das bis hinauf zur Bundesregierung Widerhall fand, werden die Amberger-Dekanatsvertreter kaum finden - dass mit dem Fach Medientechnik jetzt auch noch eine voll funktionsfähige Fernseh- und Radio-Station zur Verfügung steht, könnte die Amberger Kirchen zur Medienavantgarde der Republik avancieren lassen. Wie gut Kirche und FH harmonieren können, hatte zuvor Dr. Markus Lommer in einer ersten Bilanz der katholischen Stundentseelsorge dargelegt. Mit Projekten wie dem "Café Pastorale", "Kirchen und Kneipen" oder dem "Anlasser" habe man bei den Studierenden eine gute Resonanz erzielt. "Besonders freut mich, dass die Studenten auch mit eigenen Initiativen kommen. So haben wir uns gemeinsam den Luther-Film angesehen und darüber diskutiert."

Apropos Luther: "Die Studentenseelsorge sollte von Anfang an eine ökumenische Suppe werden, nur dass die evangelische Seite schneller war", spielte Lommer den Ball an seinen Kollegen Winfried Stahl weiter. "Mit einem so kommunikativen Mann wie Dr. Lommer macht die Zusammenarbeit Freude", lobte Stahl die realexistierende Ökumene in und außerhalb der Hörsäle.

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