Freibad Altglashütte schließt am Sonntag - Kürzestes und schlechtestes Jahr in 27 Jahren
31. August 2000: War dies die letzte Saison?

Von Denise Siegl

Altglashütte. Am Sonntag geht die Badesaison traditionsgemäß mit einem gemütlichen Frühschoppen mit Weiß-wurst und „Sauere Zipfl“ zu Ende. Viel-leicht war das die letzte in der immerhin 27-jährigen Geschichte des Freibades. Wie es nächstes Jahr mit dem Badevergnügen aussieht, steht noch in den Sternen.

Schon jetzt ist der Herbst zu spüren. Nachts sinken die Temperaturen sehr stark ab, und die Sonne lässt sich kaum blicken. Die Solarheizung kann deshalb kein warmes Wasser liefern und die nötige Energie müsste mit Heizöl erzeugt werden. Heizung bereits abgestellt Da Heizkosten und Einnahmen in keinem Ver-gleich stehen, hat Schwimmmeister Siegfried Walter die Heizung bereits abgestellt.

Bis Sonntag wird die Wassertemperatur unter 20 Grad sinken, wer dann Lust zum Schwimmen hat, muss keinen Eintritt mehr zahlen. Wie es um die Zukunft des Freibades steht, weiß Walter noch nicht. „Heuer ist meine letzte Saison, seit 27 Jahren bin ich hier Schwimmmeister“ erzählt Walter.

Von Anfang an war er dabei und kennt die Sorgen und Nöte. „Ein Bad ist immer ein Verlustgeschäft. Im Vergleich mit anderen Bädern liegen wir immerhin unter dem Durchschnitt des jährlichen Defizits“ sagt der Schwimmmeister.

800 Badegäste an sonnigen Tagen

Bis zu 800 Badegäste tummelten sich an schönen Tagen im Bad. Trotzdem war es die schlechteste und kürzeste Saison seit Eröffnung. „Das Personal steht abrufbereit zu Hause“ sagt Walter. Er bedauert, dass der Kontakt zu den Gästen fehlt. Die wenigsten Besucher kommen nur zum Schwimmen, die meisten wollen unterhalten werden. „Schwimmbad allein ohne Unterhaltungsmöglichkeiten ist out“ weiß der Schwimmmeister.

Auf dem Schreibtisch liegt schon die Liste mit den nötigen Einwinterungsarbeiten. „Es gab auch schon Tage ohne Besucher. Da mäht man dann Rasen oder beschäftigt sich mit den technischen Anlagen“ meint Walter. Ob es eine Badesaison 2001 geben wird, hängt von den umliegenden Kommunen ab, die sich finanziell beteiligen. Ein Förderkreis wurde bereits im Juli gegründet.

Der „Förderkreis Freibad Altglashütte“ hat es sich zur Aufgabe gemacht die Besucherzahlen zu steigern und das Bad insgesamt attraktiver zu gestalten. Von den Mitgliedsbeiträgen sollen nächstes Jahr Spielgeräte für Kinder gekauft werden.

Sitzung im September entscheidend

Im September treffen sich die Bürgermeister von Floß, Flossenbürg und Bärnau sowie der Förderkreis um endgültig über die Zukunft des Bades zu entscheiden.

Seitens der Bevölkerung gab es bereits massive Kritik an der geplanten Schließung in diesem Jahr. Vier Käufer haben sich dieses Jahr für die Anlage angeboten, aber alle wollten den Badebetrieb nicht aufrechterhalten. Was aus den Angeboten geworden ist, wissen nur diese Interessenten und die Verantwortlichen der Gemeinde.

Zwei Wanderer haben heute noch den Weg ins Freibad gefunden und stürzen sich in die Fluten. Schwimmmeister Walter empfängt die Gäste persönlich, er ist der einzige Angestellte im Bad. „Wäre doch schade, wenn die jetzt vor verschlossenen Türen gestanden hätten“ meint er.