01.09.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Fünf lebensfrohe Ruheständler sind ein gutes Beispiel für viele aktive Radtouristen, die gerne ... Trotz "Rentner-Bike" nicht zu stoppen

Seit dem frühen Morgen ist die muntere Rentnertruppe auf dem Fünf-Flüsse-Radweg unterwegs. Sie kommt aus Herrsching - es ist die zweite lange Tour, die die fünf gemeinsam unternehmen. In Amberg legen sie am zweiten Tag nach insgesamt 70 Kilometern ihre erste Verschnaufpause ein. Beim Treffen mit der AZ wundert sich Hartwin Lehnertz lachend: "Wir waren erst in der Seniorenrundschau und jetzt kommen wir schon wieder in die Zeitung."

Fit, aktiv und mit Spaß durchs Leben. Die fünf sportlichen Rentner machen während ihrer Tour auf dem Fünf-Flüsse-Radweg Stopp beim Radler-Hotel Fronfeste in der Altstadt. Das Bild zeigt von links Hartwin Lehnertz (73), Hotelier Gerald Stelzer, Gottfried Klarner (74), Dr. Peter Hinke (64), Günter Singer (74) und Dr. Bernhard Müller (73).
von Autor KTWProfil

Es sind immer mehr Radtouristen, die nach Amberg kommen - die Redaktion sah sich einmal an, wer zum Beispiel unter den bunten Helmen und hinter den schicken Brillen steckt. Dass wir auf die vor kurzem schon einmal in einem Magazin veröffentlichte Gruppe stoßen, erklärt sich für Lehnertz scherzhaft so: "Wir haben halt das gewisse Etwas."

Eigentlich kennen sich die Herren im Alter zwischen 64 und 74 durch ihre jahrelange Mitgliedschaft im Tennispark Herrsching. "Die Radler von meinem Stammtisch wollten keine längeren Touren mehr machen. Deshalb mussten die vom Tennis mit", berichtet Dr. Bernhard Müller, Initiator des Ganzen. Bei herrlichem Wetter trommelte er also seine Tennisfreunde zusammen und machte sich mit ihnen zusammen auf den Weg per Bahn nach Regensburg.

Drei haben E-Bikes

Von dort aus starteten die fünf ihre Tour entlang des Fünf-Flüsse-Radwegs Richtung Nürnberg. Ihr bisheriges "Highlight" auf der Strecke nach Amberg war es, auf der stillgelegten Bahntrasse zwischen Schmidmühlen und Haselmühl zu radeln. Ihre Fahrt wird über Hersbruck nach Nürnberg weitergehen und wenn die Energiereserven dann noch nicht verbraucht sind, gleich durch bis Kelheim zum Kloster Weltenburg.

Generell sind die fünf Freunde alle sehr sportlich und häufig mit ihren Rädern und E-Bikes unterwegs. Allerdings beschränken sie sich bei ihrer Freizeitgestaltung nicht ausschließlich auf dieses Hobby, erzählt Günter Singer. Er zum Beispiel macht auch gerne Bergtouren auf Teneriffa, versichert aber: "Vor allem das Radfahren hält uns fit."

"Drei von uns haben schon ein Rentner-Bike", scherzt Hartwin Lehnertz über die Elektro-Unterstützung, worauf Dr. Peter Hinke kontert: "Ja, und bergauf werden die anderen beiden jedes Mal neidisch." Bei einem von ihnen ist jedoch nicht nur das Fahrrad "batteriebetrieben". Der ehemalige Marathonläufer Gottfried Klarner, der auf seinem Bike bereits fünf Mal die Alpen überquert hat, erzählt schmunzelnd: "Ich habe nicht nur einen Akku am Rad, sondern auch hier drinnen." Damit meint er den Herzschrittmacher, der ihm vor rund 25 Jahren eingesetzt wurde.

Jetzt mehr Pausen

"Jetzt muss er halt kürzere Strecken fahren und mehr Pausen einlegen", scherzt Günter Singer über seinen Freund. So richtig losgelegt habe dieser mit dem Radeln allerdings erst, seit er den Herzschrittmacher habe. Bei ihrem Zwischenstopp in der Vilsstadt nutzten die fünf die Gelegenheit, sich ein Bild vom Radler-Hotel Fronfeste zu machen - um vielleicht bei einer ihrer nächsten Touren hier zu übernachten. Auch dabei merkt man, wie viel Spaß die älteren Herren auf ihren gemeinsamen Ausflügen haben. Denn kurzerhand ketten sie den Langsamsten von ihnen an den Pranger, der für Fotos im Hof des ehemaligen Gefängnisses steht. Eines ist für sie sonnenklar: In den nächsten Jahren wollen sie noch viele weitere Touren unternehmen - auch wieder auf dem Fünf-Flüsse-Radweg durch Amberg.

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