28.07.2004 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Gemeinsame Arbeitsgemeinschaft von Agentur für Arbeit, Stadt und Land mit bis zu 70 Mitarbeitern Harzt kostet 1,6 Millionen Euro mehr

"Ich verspreche mir schon einiges von der Reform", sagt Franz Elsner, Leiter der Amberger Agentur für Arbeit. "Wir können mehr Druck aufbauen, manche Kandidaten enger an die Kandare nehmen." Seit Februar bastelt Elsner zusammen mit den Sozialreferaten von Stadt und Landkreis an einem gemeinsamen Arbeitskreis zur Umsetzung der als Hartz IV bekannten Sozialreform.

von Jürgen Herda Kontakt Profil

Nicht ganz so optimistisch beurteilt städtischer Referent Dr. Harald Knerer die Lage: "Für mich ist das Gesetz unausgegoren, nebulös, unehrlich - auf dem Rücken der Arbeitslosen werden Einsparungen durchgesetzt."

Fulltime-Job

Dennoch lässt Knerer keinen Zweifel daran, dass er aus der Situation das Beste machen möchte, auch wenn er für "kreative Ansätze, um neue Jobs zu generieren", wenig Chancen sieht: "Ich stehe voll hinter dem Stadtratsbeschluss. Wir werden den Hauptauftrag, also den Gesetzesvollzug, bis zum 1. Januar meistern." Allerdings sei das eine gigantische Herausforderung: "Das ist ein Fulltime-Job, der ab sofort meine gesamte Arbeitskraft erfordert." Seit Februar trafen sich Knerer, Elsner und die zuständige Abteilungsleiterin im Landratsamt, Andrea Herrmann, regelmäßig, um die gemeinsame Arbeitsgemeinschaft (ARGE) vorzubereiten. Im Oktober sollen die Weichen soweit gestellt sein, dass offene Fragen wie die Rechtsform der ARGE, der Personalbedarf, der Standort und der Finanzbedarf geklärt sind.

Ab 1. Januar besteht dann von Seiten der Arbeitslosen Rechtsanspruch, bis dahin muss der Laden reibungslos laufen. Aus Sicht des Arbeitsvermittlers wäre die Agentur der ideale gemeinsame Standort. Elsner: "Allerdings müssten wir dann Räumlichkeiten bei uns zubauen." Schließlich ergibt sich aus dem vom Gesetzgeber vorgegebenen Personalschlüssel ein Bedarf von etwa 60 bis 70 Mitarbeitern: "Die Stadt denkt derzeit daran, drei bis vier Leute zu entsenden, der Landkreis ähnlich", skizziert Knerer seine Planungen.

Jugend im Fokus

"Bei uns werden durch Synergien etwa zwölf Mitarbeiter für diese Aufgaben frei. Wie wir die restlichen bekommen - Leihbeamte aus anderen Bereichen, oder oben drauf -, wissen wir noch nicht." Den Schlüssel von einem Betreuer für 75 Jugendliche (18 bis 25 Jahre), auf deren Vermittlung ein besonderer Schwerpunkt gelegt wird, und von 1:150 für Erwachsene müsse jedenfalls eingehalten werden.

Knerer tendiert als Rechtsform zum Zweckverband mit einem Geschäftsführer: "Dazu müsste allerdings ein Gesetz geändert werden, eine entsprechende Initiative ist am Laufen." Der Sozialreferent rechnet für die Stadt mit Mehrkosten von 1,6 Millionen Euro, der Landkreis mit einer Million Euro: "Da sind die Zuwendungen des Bundes schon mitgerechnet."

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