27.09.2012 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Gericht urteilt: Lagerung kostet Unternehmer 1800 Euro Eternit kommt teuer

von Autor HWOProfil

Asbest kann Krebserkrankungen auslösen. Seit vielen Jahren sind die Behörden deshalb sehr sensibel, wenn es um Eternitplatten geht, die diesen Stoff enthalten. Wenn dann ein Dach abgedeckt wird und das Eternit nicht sofort zur Sondermüllentsorgung kommt, reagieren Staatsanwaltschaft und Richter, setzt es Strafen für die Verursacher.

Auf der Anklagebank saß einer, der zunächst für sich geltend machte, die unsachgemäße Eternitablagerung auf einem Grundstück in Schnaittenbach nicht veranlasst zu haben. "Erzählen Sie", wurde der 46-jährige Unternehmer aus dem nördlichen Landkreis von Richterin Dr. Barbara Tutsch aufgefordert. Gleich darauf erfuhr sie, dass der Mann den Auftrag zu einer Gebäudesanierung in Amberg erhalten und die Entfernung der bis dahin das Dach eindeckenden Eternitplatten an ein Subunternehmen weitergeleitet habe.

Die Platten mit einem Gesamtgewicht von 1,2 Tonnen wurden entfernt und danach auf einem Areal in Schnaittenbach gelagert. "Davon wusste ich nichts", unterstrich der 46-Jährige. Gleichwohl verdeutlichte sich in der Verhandlung, dass er dieses Gelände kannte und auch nutzte. "Sie hätten sich kümmern und veranlassen müssen, dass das Eternit zur Sondermüllentsorgung kommt", belehrte ihn Richterin Tutsch. Denn letztlich sei der Auftragsnehmer für den Ablauf verantwortlich. Daran führe kein Weg vorbei.
In einem Strafbefehl, gegen den der Unternehmer Einspruch eingelegt hatte, waren 4500 Euro Geldstrafe verhängt worden. Zu viel, wie die Richterin jetzt nach der Erörterung aller finanziellen Verhältnisse des Angeklagten befand. Von daher bekam der Mann "Rabatt". Als er nach ausgiebiger Debatte sein Mitverschulden eingesehen hatte, wurden 1800 Euro verhängt. Der fragliche Subunternehmer wird sich gesondert wegen eines Verstoßes gegen das Chemikaliengesetz verantworten müssen. Doch momentan ist er, wie es scheint, unbekannten Aufenthaltes.

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