Gutachter erteilt allen möglichen Modellen eine deutliche Absage
Öffentliche Garage tabu

Diesmal haben wir einen Gutachter genommen. Das nächste Mal werden wir Sie beauftragen.

Das mit Spannung erwartete Ergebnis verkündete Baureferent Markus Kühne am Mittwoch kurz nach 15.30 Uhr im Bauausschuss. "Aus verkehrlicher Sicht ist eine öffentliche Tiefgarage auf dem Bürgerspitalgelände abzulehnen." Zu diesem Ergebnis kommt der Münchener Ingenieur Prof. Dr. Harald Kurzak in seinem Gutachten. Der Stadtrat hatte es im November 2012 in Auftrag gegeben, weil der potenzielle Forum-Investor in seinem Konzept 363 öffentliche Parkplätze vorsieht.

Kurzak, der bei der Bauausschuss-Sitzung nicht anwesend war, hatte die Resultate seiner Untersuchungen auf 17 Seiten zusammengefasst. Darin erteilt er allen vier denkbaren Varianten (siehe eigener Artikel) einer öffentlichen Tiefgarage ebenso eine Absage wie einer kleineren Lösung. Diese wecke nur eine Erwartungshaltung, die sie wegen der geringeren Zahl an Parkplätzen nicht erfüllen könnte. Die Konsequenz wäre ein höherer Parksuchverkehr.

Das, was er hörte, überraschte Josef Witt von der ÖDP nicht: "Das haben wir schon immer vorhergesagt. Das sagt einem der normale Menschenverstand." Das Gutachten hätte sich die Stadt folglich sparen können. Dem widersprach Dieter Amann von der SPD, der sich im Vorfeld um den möglichen Forum-Investor bemüht hatte. Zu Witt sagte er: "Diesmal haben wir einen Gutachter genommen. Das nächste Mal werden wir Sie beauftragen." Er sei froh, dass es die Untersuchungen nun gibt: "Damit wir uns nicht vorwerfen lassen können, wir hätten etwas unterlassen."
Markus Kühne, der sich bereits gegen eine öffentliche Tiefgarage ausgesprochen hatte, machte noch einmal deutlich: "Wir brauchen Stellplätze in der Innenstadt, aber 363 an dieser Stelle sind in meinen Augen eine Belastung." OB Wolfgang Dandorfer pflichtete ihm bei: "Die Größenordnung, die sich der Investor vorgestellt hat, geht an dieser Stelle nicht." Das Ergebnis müsse nun so hingenommen werden, wie es ist.

Einstimmig verständigte sich der Bauausschuss darauf, den Bebauungsplan für eine 196-Plätze-Quartiersgarage auf den Weg zu bringen. Diese Variante hält Kurzak für problemlos: "Die Zusatzbelastung ist in den Altstadtgassen nicht spürbar" und liege mit etwa 260 Ein- und Ausfahrten pro Tag im Bereich der täglichen Schwankungen. (Angemerkt)
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