01.07.2004 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Hauptversammlung: Grammer AG setzt in schwieriger Marktlage auf Mitreden und Mitmachen "Eine Hand knüpft keinen Knoten"

Ein engagiertes Team bewältigt jeden noch so hohen Berg - so zeichnet ein Imagefilm mit Höhenmusik den Weg vor. Diese Botschaft gab Vorstandsvorsitzender Heinz-Jürgen Otto am Mittwoch bei der Hauptversammlung der Grammer AG als Vision des Weltkonzerns mit Anspruch auf die Qualitätführerschaft aus: "Mit einer Hand lässt sich kein Knoten knüpfen, besagt ein chinesisches Sprichwort. Das gilt auch für uns."

von Jürgen Herda Kontakt Profil

Unterm Strich zeigten sich allerdings weder Visionär Otto noch Bilanzierer Alois Ponnath mit dem Ergebnis von 2003 zufrieden. Die eingeleiteten Maßnahmen ließen aber auf baldige Besserung hoffen.

Verzicht auf Dividende

Vorstandsmitglied Ponnath machte in seiner Bilanz die schwierige Marktlage für die bescheidene Umsatz- (plus ein Prozent) und die negative EBIT-Entwicklung (das Ergebnis vor Steuern ging um 25 Prozent auf 24,5 Millionen Euro zurück) verantwortlich. "Die Nachfrage in den für uns relevanten Märkten war geprägt von Stagnation. Deshalb hielt der Wettbewerb um Marktanteile und der sehr hohe Preisdruck in fast allen Regionen an."

Ponnath schlug den Aktionären vor diesem Hintergrund deshalb vor, auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten. Mit einer Strategie und einer Grammer-Vision trat der Vorstandsvorsitzende ans Rednerpult. Heinz-Jürgen Otto möchte im laufenden Jahr mit der "Grammer-Offensive 2004+, der ständigen Weiterentwicklung unserer Produktpalette, der Optimierung unserer internationalen Konzernstruktur, der flexiblen Anpassung unserer Organisation an veränderte Rahmenbedingungen sowie der kontinuierlichen Verbesserung unserer Prozesse" wieder punkten.

"Der Auto-Frühling bleibt aus" sei eine der bestimmenden Schlagzeilen des Jahres.Um in einem Umfeld, in der der Wettbewerbs- wie auch der Kostendruck weiter zunehme, bestehen zu können, möchte der oberste Angestellte des Weltkonzerns seine Mitarbeiter auch emotional aufrütteln.

Mitreden und Mitmachen

Ein hitverdächtiger Image-Film brachte Ottos Philosophie auf den Punkt - im engagierten Team lässt sich jeder Berg bezwingen. Oder in den Lyrics Marvin Gayes: "Ain't no mountain high enough!" "Kommunikation, Partizipation und Umsetzung" seien die Schlüsselbegriffe, um die technologische Qualitätsführerschaft zu behaupten, ist sich Otto sicher.

Die Aktionäre - 84,3 Prozent des Grundkapitals - dankten es ihm und folgten mit deutlicher Mehrheit den Vorschlägen des Vorstands und des Aufsichtsrats: Keine Dividende, Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats, Ergänzungswahl des Schwandorfer Rechtsanwalts Dr. Bernhard Wankerl in den Aufsichtsrat und schließlich Bestellung von Ernst & Young als Konzernabschlussprüfer.

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