22.07.2004 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Hohe Strafen für beide Räuber

von Autor HOUProfil

Mit hohen Haftstrafen hat die Große Strafkammer beim Landgericht Amberg gestern Abend den Tankstellenüberfall an der Regensburger Straße geahndet (siehe nebenstehenden Bericht). Der Haupttäter, ein 25-jähriger Übersiedler aus Kasachstan, erhielt sechseinhalb Jahre Haft. Seine 24-jährige Ehefrau wurde zu vier Jahren verurteilt. Beide können während dieser Zeit eine Drogenentzugstherapie machen.

Keine Bagatelle

In seiner Spruchbegründung ging der Kammervorsitzende Klaus Demmel von "massiver Gewalt" aus, die bei dem Raubverbrechen angewendet wurde. Demmel widersprach danach einem Gutachter, der bei beiden Angeklagten von einem erheblich verminderten Steuerungsvermögen ausgegangen war. Dies sei nicht der Fall gewesen, ließ der Vorsitzende anklingen und führte vor Augen, dass sich die überfallene Tankstellenbesitzerin jäh und völlig überraschend in eine "hochkriminelle Angelegenheit" verwickelt gesehen habe. "Das", so Demmel, "war alles andere als eine Bagatelle". Die Frau habe Qualen erdulden müssen, sei bedauernswertes Opfer gewesen.

Entzugstherapien

Das Ehepaar, fügte Klaus Demmel hinzu, sei kaltblütig vorgegangen, habe am hellichten Tag zum Überfall angesetzt. Das dürfe nicht Schule machen. Von daher seien die Strafen (Demmel: "Ohnedies am untersten Rand angesiedelt") mit einer abschreckenden Wirkung versehen. Die 24-Jährige kann mit Duldung des Gerichts noch heuer mit einer Entzugstherapie beginnen. Ihr Ehemann muss vor der Therapie erst 21 Monate hinter Gittern zubringen. Mit den Strafen entsprach die Kammer den Anträgen des Staatsanwalts Joachim Diesch.

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