Hotel Fronfeste am Montag auch offiziell eröffnet - Zweiter Bauabschnitt soll schon bald folgen
Knast bittet zur bequemen Rast

Die drei Männer, die das Wagnis Hotel Fronfeste tragen. Von links Peter Voss, Thomas Roidl und Gerald Stelzer. Die ersten Gäste haben sie übrigens schon vorbildlich betreut. Bild: Huber
Lokales
Amberg in der Oberpfalz
15.04.2013
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Bis vor wenigen Monaten hatten selbst die Eigentümer immer wieder Zweifel beschlichen, ob das nun was werden würde mit dem Hotel Fronfeste, der Rast im Knast am Paradeplatz. Es ist etwas geworden, die ersten Gäste waren auch schon da, und am Montag konnte schließlich offiziell Einweihung gefeiert werden.

Gerald Stelzer, Peter Voss und Thomas Roidl, die drei Gesellschafter des Hotels Fronfeste, freuten sich am Montag einfach nur, dass die erste Etappe nun endlich geschafft ist. 25 Gäste kann ihr Hotel in den ehemaligen Gefängniszellen aufnehmen, zügig soll die Erweiterung im Obergeschoss vorangehen, um die Kapazitäten erhöhen zu können. Doch gestern war erst einmal Pause angesagt, durfte gefeiert und natürlich geschaut werden.

Bis 1964, so Gerald Stelzer in seiner Ansprache, war die Fronfeste ein Gefängnis. Nach verschiedenen Zwischennutzungen folgte 2007 der Kauf durch Stelzer und seine Kompagnons. "Hier beginnt der Wahnsinn", sagte Stelzer und vergaß nicht, seiner Frau zu danken, die das alle jahrelang mitgemacht hat. "Sie stand oft kopfschüttelnd im Zimmer", erzählte Gerald Stelzer.

Zwei Jahre dauerte allein mit Hilfe von Architekt Georg Roggenhofer die Voruntersuchung, zwei Jahre nahmen die Gespräche mit Banken und potenziellen Investoren in Anspruch. "Man verleiht nicht so einfach Geld an zwei Personen, die mit dem Stemmhammer herumlaufen", spielte Stelzer auf die Tatsache an, dass er und Peter Voss auf ihrer Baustelle oft und intensiv selbst zum Werkzeug gegriffen haben.
"Es gehört schon ein Stück weit Vernarrtheit, Enthusiasmus und Liebe dazu", würdigte OB Wolfgang Dandorfer das Engagement des Gesellschafter-Trios. Viele Vorgespräche zur Nutzung der alten Fronfeste seien ja in der Vergangenheit gescheitert. "Und da kommt einer, der sich nicht von seinem Ziel abbringen lässt", zollte er Gerald Stelzer viel Respekt, der ja immer der Motor hinter der Rast im Knast war.

Es sei schon erstaunlich, was man aus einer solchen "alten Burg" machen könne, lobte der OB den Ideenreichtum und die Konsequenz von Architekt und Eigentümern. Amberg habe mit dem neuen Hotel schon ein Alleinstellungsmerkmal - zumindest am Fünf-Flüsse-Radweg - bekommen. Nach dem Oberbürgermeister durften noch die Geistlichen ran. Mit Pfarrer Franz Meiler für die katholische und Pfarrer Heinrich Arweck für die evangelische Kirche erbaten beide Konfessionen den Segen Gottes für das Hotel in der Fronfeste.

Am Nachmittag dann öffnete das ehemalige Gefängnis seine Türen für die Öffentlichkeit. Wer Lust hatte, durfte die Todeszelle besichtigen, konnte die Einzel- bzw. Doppelzellen anschauen oder sich gemeinsam mit Zeitzeugen an die Zeit erinnern, als hier noch richtige Gefangene untergebracht waren. (Angemerkt)
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