26.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

"Ich lerne jetzt noch"

von Redaktion OnetzProfil

Beim Besuch der "Bamberger Symphoniker" ergab sich auch die Gelegenheit, ein Interview mit dem finnischen Dirigenten Osmo Vänskä zu führen.

Welche berühmten Orchester haben Sie schon dirigiert?

Vänskä: Schon viele: Die Münchner Philharmoniker, die Berliner Philharmoniker und jetzt die Bamberger Symphoniker in Deutschland. Außerdem das London Philharmony Orchestra und viele in Amerika, wie zum Beispiel in San Francisco, in Boston, in Chicago und in Philadelphia. Auch in Stockholm habe ich schon dirigiert, aber vielleicht ist es leichter zu sagen, ich habe jedes Orchester dirigiert außer dem Wiener.

Wie bereiten Sie sich auf die Proben vor?

Vänskä: Ich lese mir erst einmal die Noten durch und dann höre ich mir andere Versionen an, manchmal sogar meine eigenen und schaue, was ich ähnlich oder anders machen möchte. Natürlich braucht es viel Zeit und ich möchte es auch sehr genau machen, damit es perfekt wird.

Wie lange dauert es, ein ganzes Orchester dirigieren zu lernen?

Vänskä: Ich habe es bis jetzt noch nicht wirklich gelernt, ich lerne jetzt noch, seit fast 30 Jahren. Es ist wie bei einem Instrument. Egal ob es ein Hobby ist, oder du es professionell machst, du kannst immer dazulernen.

War es schon immer Ihr Traum, Dirigent zu werden?

Vänskä: Ich hatte nur zwei Träume in meinem Leben: Als ich zehn Jahre alt war, habe ich meine Klarinette bekommen und wollte damit im Orchester spielen. Zwei Jahre später haben meine Eltern mir eine Stereo-Anlage gekauft und ich konnte mir die Instrumente anhören und ich dachte: Sie zu spielen ist toll, aber zu dirigieren ist besser.

Schüler: Können Sie ohne Partitur dirigieren?

Vänskä: Manchmal, aber ich mag es nicht. Ich benutze lieber die Noten. Selbst wenn sie nur daliegen, sind sie eine große Hilfe und geben mir Sicherheit, auch wenn ich nicht immer hineinschaue. Denn wenn etwas falsch ist, ist es meine Schuld. Von daher ist es leichter mit der Partitur.

Wie schlimm ist es, wenn Sie Fehler machen?

Vänskä: Natürlich machen wir alle Fehler. Aber es kommt auch darauf an, ob es ein Fehler ist, den man bemerkt, oder nicht. Sagen wir, ich bin froh, dass solche Fehler nicht oft passieren.

Gibt es Dinge an ihrem Beruf, die Sie nicht mögen?

Vänskä:Das Schlimmste ist, wenn ich bei einem Auftritt krank werde, dann gibt es niemanden, der mich ersetzen kann. Auch das Reisen ist, obwohl es schön ist, wegen der Zeitumstellung manchmal sehr anstrengend.

Das Interview führten Christina Ferstl, Isabell Gollwitzer, Michaela Hoch, Lea Hohmann und Hanna Überschaer, Klasse 8b des Max-Reger-Gymnasiums Amberg

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.