IG Metall fordert in Tarifverhandlungen 5,5 Prozent mehr Lohn - Druck erzeugen kein Problem
Arbeitgeber sollen sich bewegen

Der VBM entpuppe sich immer mehr als Verein bayerischer Milchmädchenrechner. Das sagte Sibylle Wankel, Verhandlungsführerin der Bezirksleitung, bei der Delegiertenversammlung der IG Metall im ACC mit Blick auf die Zahlenspielerei des bayerischen Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie in der laufenden Tarifrunde. Obwohl der VBM sich auf gleiche Daten berufe, lehne er die daraus von der IGM abgeleitete berechtigte Forderung nach einer Einkommens-Anhebung von 5,5 Prozent ab.

Bei der Versammlung wurden Sonja Hahn (ZF Auerbach) Georg Sperber (Rohrwerk Maxhütte, Sulzbach-Rosenberg) und Josef Bock (Constantia Hueck Folien, Pirk) als stellvertretende Mitglieder der Mandats- und Wahlkommission bestimmt.

Die Mitgliederzahl habe sich bei über 16 000 stabilisiert, trotzdem sollte die Tarifrunde genutzt werden, um "Gas zu geben", forderte der 1. Bevollmächtigte Horst Ott die Delegierten auf. Denn um diesen hohen Stand auch künftig bei Todesfällen, Aus- und Übertritten zu anderen Gewerkschaften oder bei Wechsel in andere Wirtschaftszweige halten zu können, sei permanente Mitgliederwerbung nötig.

Annehmbares Ergebnis

Nach dem Aufwärtstrend in den meisten Betrieben der Metall- und Elektroindustrie, könnte man die Meinung vertreten, dass es bei einer reinen Geldforderung eine ruhige Tarifrunde werde, sagte Ott. Da aber die bisherigen Verhandlungen mit dem VBM und den Arbeitgebervertretern in anderen Bezirken kein Ergebnis gebracht hätten, bleibe der IG Metall nichts anderes übrig, als sich für die Zeit nach dem Ablauf der Friedenspflicht am 1. Mai entsprechend vorzubereiten.

Für schnelle Einigung

Die Gewerkschaft strebe eine schnelle Einigung an, sei aber auch in der Lage, mit Warnstreiks, einer Urabstimmung und einem Streik den nötigen Druck zu erzeugen, um zu einem annehmbaren Ergebnis zu kommen, meinte Horst Ott.

Mit einem Rückblick auf die Tarifrunde 2012, in der es neben einer Erhöhung der Löhne und Gehälter auch um andere Forderungen, wie die Übernahme nach der Ausbildung in ein Arbeitsverhältnis, gegangen war, leitete Sibylle Wankel, den Bericht über die laufenden Tarifverhandlungen ein. In diesem Jahr gehe es nur ums Geld.
So verlange die IG Metall bundesweit eine Anhebung der Einkommen um 5,5 Prozent und eine Steigerung der Ausbildungsvergütung von 60 Euro. Bei der Höhe der Forderung seien auch die unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedingungen in den einzelnen Betrieben berücksichtigt worden. Hätte man sich nur an den Firmen orientiert, die an der Spitze der Gewinnskala stehen, wäre sie üppiger ausgefallen.

Nicht einmal Inflationsrate

Durch das bisherige Angebot des VBM, zwei Nullmonate und eine Lohn- und Gehaltsanhebung von 1,9 Prozent, werde nicht einmal die Inflationsrate ausgeglichen. Um zur einer Einigung auf dem Verhandlungstisch zu gelangen, sollten sich die Arbeitgeber bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 8. Mai in Nürnberg entscheidend bewegen, appellierte Sibylle Wankel.
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