16.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Innenstadtentwicklung: Fraktionschefs von CSU und SPD wollen gemeinsame Sache machen Selbst Forum-Abriss kein Tabu

Die beiden wollen den gordischen Knoten endlich durchschlagen. Der Knoten - das ist die für die Innenstadtentwicklung so wichtige gemeinsame Zukunft von Forum und altem Bürgerspitalgelände. Die beiden - das sind die Fraktionsvorsitzenden Dieter Mußemann (CSU) und Florian Fuchs (SPD). Sie könnten sich sogar vorstellen, das alte Kaufhaus abzureißen. Mit ihrem Vorstoß möchten die zwei Kommunalpolitiker auch unter den Bürgern eine lebhafte Diskussion anstoßen.

Anfang der Woche trafen sich die Spitzen der beiden großen Fraktionen im Stadtrat, um über die Innenstadtentwicklung zu reden. Das Forum, auf das die führenden Köpfe Dieter Mußemann (links) von der CSU und Florian Fuchs (rechts) von der SPD hier deuten, hat dabei "absolute Priorität" und soll zusammen mit dem frei gewordenen ehemaligen Bürgerspital-Areal im Mittelpunkt der Überlegungen stehen. Bild: Hartl
von Jürgen Kandziora Kontakt Profil

Ihre Ideen stellten die Chefs der beiden großen Stadtratsfraktionen der AZ vor. Anfang der Woche hatten sich die Spitzen von CSU und SPD zu einem rund zweieinhalbstündigen Gespräch getroffen. Danach waren sie sich einig: Die Innenstadtentwicklung müsse ab sofort "absolute Priorität" haben - zumal "Weiden jetzt in die Vollen geht", wie Fuchs verdeutlichte. In der Max-Reger-Stadt soll mit der Stadtgalerie in bester Lage ein Einkaufszentrum mit 12 000 Quadratmetern Verkaufsfläche und 45 Geschäften entstehen.

Wichtig ist Mußemann und Fuchs bei all ihren Überlegungen, dass die dringend notwendige Erweiterung der Wirtschaftsschule rasch und wie vorgesehen umgesetzt wird. Auch wollen sie an der vom Stadtrat beschlossenen nichtöffentlichen Tiefgarage zwischen Ziegelgasse, Bahnhofstraße, Spitalgraben und Kasernstraße festhalten. Allerdings fänden sie es besser, nicht nur die Ein-, sondern auch die Ausfahrt in die Ziegelgasse zu legen.

Einzelhandel und Wohnen

Bisher ist beabsichtigt, dass das Eckert-Haus als Rumpfbau erhalten bleibt. In Ordnung, sagen die Fraktionschefs. Die beiden Wohn- und Geschäftshäuser hingegen, die auf dem einstigen Spital-Areal drei bzw. vier Geschosse in die Höhe wachsen sollen, stellen sie in Frage. "Das ist keine Kritik am Planer", schiebt Mußemann gleich hinterher. Jedoch haben er und Fuchs Zweifel, ob es bei einer gemeinsamen Entwicklung von Forum und ehemaligem Altenheim-Gelände wirklich die richtige Lösung ist. "Das könnte man ein bisserl schöner machen", meint Mußemann. Im vorderen Bereich Einzelhandelsnutzung, im hinteren Richtung Kino plus Wohnen für Jung und Alt - das wäre die sinnvollere Variante.

Apropos Ring-Theater: Der Wunsch von Mußemann und Fuchs ist es, dass es erhalten bleibt. Sie denken zum Beispiel in die Richtung Kleinkunst, könnten an dieser Stelle auch einer ergänzenden gehobenen Gastronomie etwas abgewinnen. Fuchs spricht von einem "Mix aus Kino und Kultur".

Der CSU- und der SPD-Fraktionsvorsitzende hoffen, das leidige Thema Forum ebenfalls vom Tisch zu bekommen. Eine gewisse Zuversicht ziehen sie aus einem Gespräch zwischen Oberbürgermeister Michael Cerny und Manfred Reichholf von der RMI Immobilien GmbH, die den Komplex einst ersteigert hatte. Reichholf habe "durchaus Bereitschaft signalisiert", an einer Lösung mitzuarbeiten. Entweder, indem er selbst aktiv werde. Oder mit einem Verkauf des Gebäudes zu den bekannten Konditionen. Also gut, sagen Mußemann und Fuchs, dann müsste man es halt erwerben. Sollte Reichholf in eigener Regie für ein Ende des Leerstands sorgen, wäre das natürlich "umso besser".

Geschäfte im Erdgeschoss

Mußemann gibt sich überzeugt, "dass wir in das Erdgeschoss guten Einzelhandel reinbringen können". Und "wenn notwendig, brechen wir das Gebäude ab" - außer den denkmalgeschützten Teilen. Unter dem Haus halten Mußemann und Fuchs eine Tiefgarage für möglich.

Im ersten und zweiten Stock wäre in ihren Augen zum Beispiel Platz für das städtische Baureferat. Verlässt es sein bisheriges Domizil an der Steinhofgasse, würde dort an exponierter Stelle eine höchst attraktive Fläche frei werden. Ganz oben im ehemaligen Kaufhaus seien Wohnungen eine Überlegung wert. (Angemerkt)

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