19.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

"Jetzt sind die Spieler gefordert" - FC Amberg Samstag in Ammerthal - Interview mit Helmut ... Rückendeckung für Rost

"Kein Kommentar" war die erste und einzige Reaktion von Helmut Schweiger nach der 0:2-Niederlage am Freitag im Bayernliga-Derby gegen die SpVgg SV Weiden. Der Vorstandsvorsitzende des FC Amberg wollte sich direkt nach dem Spiel nicht äußern, sondern sprach "erstmal Klartext in der Kabine."

Noch marschieren FC-Vorstandsvorsitzender Helmut Schweiger (links) und Trainer Timo Rost (rechts) im Gleichschritt: "Er hat meine volle Rückendeckung", sagt Schweiger. Am kommenden Samstag steht bei der DJK Ammerthal das nächste Derby auf dem Programm. Bild: Ziegler
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

"Harte Worte" seien da gefallen, aber "sachlich", erklärte Schweiger. Das Resultat nach der Ansprache und drei Tagen des Nachdenkens: Trainer Timo Rost und Sportlicher Leiter Bernd Scheibel "haben meine volle Rückendeckung, jetzt ist die Mannschaft gefordert."

Rost hatte am Freitag nach dem Schlusspfiff die Leistung seiner Mannschaft auf den Punkt gebracht: "Mir hat die Leidenschaft meines Teams gefehlt. Da war zu wenig Feuer drinnen, in so einem Spiel muss man Gras fressen." Eine Einschätzung, die Schweiger teilt: "Das war für ein Derby zu wenig, Weiden wollte den Sieg mehr als unsere Spieler."

Ein Interview mit Helmut Schweiger vor dem nächsten Derby am kommenden Samstag (18 Uhr) bei der DJK Ammerthal.

Herr Schweiger, haben Sie nach der Niederlage gegen Weiden daran gedacht, Konsequenzen zu ziehen und den Trainer zu entlassen? Im Umfeld ist ja seit geraumer Zeit eine Diskussion über Timo Rost entbrannt.

Helmut Schweiger: Nein, überhaupt nicht. Ich lasse mich da nicht beeinflussen. Timo macht hervorragende Arbeit. Ich hatte vor Kurzem mit dem Spielerrat ein Gespräch, da haben mir alle versichert, es wäre das beste Training, das sie je erlebt haben.

Aber im Spiel kommt das so nicht rüber ...

Schweiger: Im Training denkst du: Die hauen spielerisch jeden Regionalligisten weg. Aber sie müssen erkennen, dass sie ohne Kampf nichts erreichen werden. Nur spielerisch kann man in dieser Bayernliga, die heuer sehr ausgeglichen ist, nicht bestehen. Ich erwarte jetzt eine Reaktion von der Mannschaft: Kampf und Einsatz bis zur letzten Minute.

Sieben Punkte Rückstand sind es auf Jahn Forchheim. Ist die Saison schon gelaufen?

Schweiger: Nein. Wenn wir, zwei, drei Spiele gewinnen, dann sind wir ganz schnell wieder vorne dabei. Forchheim und Weiden werden auch noch ihre Probleme bekommen.

Die der FC Amberg schon hatte und hat ...

Schweiger: Man kann nicht immer dem Trainer die Schuld geben. Es ist auch nicht so, dass die Spieler nicht wollen. Sie müssen nur zeigen, dass sie alles geben. Das erwarte ich einfach. Bei Timo Rost weiß ich, dass er alles gibt. Genau das muss auch der Anspruch eines jeden Spielers des FC Amberg sein.

Können die Spieler nicht umsetzen, was er verlangt?

Schweiger: Einen Philipp Lahm kannst du nachts um drei wecken und auf jede Position stellen. Der weiß sofort, was er machen muss. Aber das ist eine andere Liga. Timo hat jahrelang Bundesliga gespielt. Er hat schon erkannt, dass er das Training mehr auf einen Amateurverein ausrichten muss.

Aber ein Amateurverein mit sehr guten Spielern?

Schweiger: Ja. Unser Kader wird sich irgendwann durchsetzen. Wir können vom Niveau her immer von der Bank nachlegen. Wenn der Knoten platzt, dann läuft es. Wir brauchen einfach ein Erfolgserlebnis.

Und einen Stürmer ...

Schweiger: Das ist ein Manko. Wir waren mit 18 Stürmern im Kontakt. Aber es muss einer auch in unser Profil passen. Entweder ist er nicht bezahlbar, oder er hat von einem anderen Verein so ein gutes Angebot, dass er sich dort lieber auf die Bank setzt. Wir sind noch auf der Suche.

Ex-Stürmer Engin Kalender hat sich angeboten ...

Schweiger: Das ist kein Thema momentan. Er war in der Türkei, will aber zurück. Ich hätte kein Problem mit ihm, wenn er sich entwickeln würde. Aber ich weiß nicht, ob er fit ist. Und dann muss das Trainerteam entscheiden.

Samstag geht's nach Ammerthal zum nächsten Derby. Was passiert, wenn das verloren wird?

Schweiger: Ich kann mich nicht erinnern, dass wir zwei Derbys verloren haben. Natürlich wird das ein entscheidendes Spiel. Aber im Grunde genommen ist es egal, ob wir in Ammerthal oder Memmelsdorf spielen. Jeder ist heiß auf uns. Alle Verantwortlichen stehen hinter dem Verein und versuchen täglich, die Struktur und das Umfeld zu verbessern. Jetzt ist jeder Spieler gefordert, dieses Engagement, das jeder Ehrenamtliche täglich einbringt, auch auf dem Platz umzusetzen. Ich hoffe, dass sie verstanden haben, worum es geht. Wer die Vorgaben nicht mittragen will, ist für einen Traditionsverein wie den FC Amberg nicht geeignet.

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