04.09.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Joachim Herrmann als Reserve-Offizier auf Wehrübung Minister in Uniform

Mittagessen mit dem Major und Minister. Joachim Herrmann gesellte sich in der Krippe gerne zu (von links) Brooks, Jana, Sophia, Emilie und Josha. Bild: Huber
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Einen Minister, der gerne in die Knie geht, gibt es nicht jeden Tag zu sehen. Und einen, der Bundeswehruniform trägt, auch nicht. Innenminister Joachim Herrmann tat gestern Mittag beides. Der CSU-Politiker ist Major der Reserve und absolviert derzeit seine insgesamt 16. Wehrübung. Diese führte ihn in die Kümmersbrucker Schweppermannkaserne, das dortige Familienbetreuungszentrum und zu Kleinkindern, die direkt am Standort in der neuen Krippe betreut werden.

"Ich bin gerne mal wieder in Uniform", sagte der 57-jährige Mittelfranke, der als Innenminister den Kontakt zur Truppe halten möchte. Schließlich sei die zivilmilitärische Zusammenarbeit unerlässlich. Das hätten nicht zuletzt die Hochwassereinsätze gezeigt, die ohne Hilfe von Soldaten unmöglich gewesen wären.

Bei den "Schwepperlingen"

Gestern ging es jedoch nicht um Dämme und Sandsäcke, sondern um Kinder wie Emilie, Josha, Brooks, Jana und Sophia. Sie gehören zu den "Schwepperlingen", die in der Tagesstätte für unter Dreijährige versorgt werden (wir berichteten). Als sie alle zu Mittag aßen, kam plötzlich prominenter Besuch. Als Major der Reserve und Innenminister schwärmte Joachim Herrmann in den höchsten Tönen: "Das ist eine Supersache. Sie wussten schon Jahre im Vorlauf, was die neue Ministerin erwartet." Ursula von der Leyen hatte im Dezember nach ihrem Amtsantritt als Verteidigungsministerin gefordert, die Bundeswehr zu einem familienfreundlichen Unternehmen zu machen.

Für 7000 Familien da

Das ist die Schweppermannkaserne unabhängig von Emilie, Josha und Co. schon seit acht Jahren. Damals nahm das in der Oberpfalz einmalige Familienbetreuungszentrum die Arbeit auf. Leiter Manfred Gaevert zog für den Minister Bilanz: Von Grafenwöhr bis Oberviechtach und Regensburg werden 7000 Familien betreut. Im Vorjahr gab es 42 Veranstaltungen, an denen 1886 Angehörige von Soldaten teilnahmen. Die Videokonferenz zu den im Ausland stationierten Vätern und Mütter wurde 348 Mal in Anspruch genommen.

Gaevert sagte auch, dass ihm das Spektrum noch nicht weit genug geht. Gerne hätte er auch Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe im Angebot. Der Leiter des Familienbetreuungszentrums brachte Joachim Herrmann zudem einmal zum herzhaften Lachen: "Wir haben auch eine Frauen-Fitnessgruppe. Die haben mich eingeladen. Ich war einmal da. Das hat dann auch schon gelangt."

Hermann war zum Abschluss seines Kurzbesuchs dann trotzdem einmal ganz Minister. Als solcher könne er sich eine eigene Kinderbetreuung bei der Polizei auch vorstellen: "Da haben wir noch Nachholbedarf."

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