Jugendchor des Fränkischen Sängerbundes begeistert mit Konzert in der Mariahilfbergkirche
Mystisch, homogen und exzellent

Die Probenarbeit lohnt sich. Das stellten die jugendlichen Sänger aus Franken und der nördlichen Oberpfalz bei einem Konzert in der Bergkirche eindrucksvoll unter Beweis. Bild: Huber
Das Kirchenkonzert mit dem Jugendchor des Fränkischen Sängerbundes in der Wallfahrtskirche Mariahilf war ein reiner Genuss, den dieses exzellente Ensemble den Zuhörern in der voll besetzten Kirche bot. Der junge Chor, im idealen Stimmen-Verhältnis von zwei Drittel Frauen zu ein Drittel Männer, singt seine erarbeiteten Werke nicht nur, er lebt sie, er zelebriert sie.

Das Konzert begann mit "Santo" eines anonymen Komponisten, mit dem der Chor singend durch das Kirchenschiff zum Altarraum zog, um sich dort an die aufgestellten Notenpulte zu ordnen. Dadurch wurden die Hände und die Köpfe frei für einen intensiven und homogenen Chorklang.

Von vierstimmigen Sätzen bis zur Achtstimmigkeit, die Bandbreite des Chores schien fast unerschöpflich. Dabei waren die aufgeführten Werke Arbeitsergebnisse verschiedener Probenwochenenden und einer Probenwoche, die der Jugendchor mit Jugendlichen aus Unter-, Mittel- und Oberfranken sowie der nördlichen Oberpfalz veranstaltet. Und Karlheinz Malzer, der den Chor 1981 gründete und seitdem leitet, führte ihn gleich im ersten der drei Programmblöcke zu beeindruckenden Präsentationen.
"I will praise" von Knut Nystedt (geb. 1915) und "Crucifigatur" von György Deak-Bardos (1905-1991) als Beispiele der modernen Musik des 20. Jahrhunderts ertönten in zwingender Gestaltung. Strahlende Soprane, warme Altstimmen und geschmeidige Männerstimmen prägten den Klang, beim "Crucifigatur" setzten die Männer die mystische Stimmung der Komposition beeindruckend um.

Die "Ode an Gott" von J.H. Tobler und "Veni Jesu" (mit Orgel von Cherubini) führten in die Musik des 19. Jahrhunderts. Zwischen Chorblöcken erklangen Orgelwerke. Zunächst spielte Andreas Feyrer den 1. Satz aus der gewaltigen Orgelsonate von Alexandre Guilmant.

Souveräne Spieltechnik

Er brachte dabei durch kluge Registrierung, souveräne Spieltechnik und eleganten Wechsel der Manuale die Faszination der französischen Orgelromantik nahe, wenn auch nicht verborgen blieb, dass die Orgel der Mariahilfkirche für diese gewaltigen, oft pompösen Klänge etwas zu klein ist. Dann der zweite Teil, diesmal unter Leitung von Malzers Tochter Michaela Treese. Lebhaft und mit Leidenschaft dirigierte sie zuerst zwei Werke von Randall Thompson (1899-1984), "Glory to God" und dann "Alleluja". Besonders das "Alleluja" war eine faszinierende Darbietung. Bei verhaltenem Beginn forderten teilweise schwierige Intervallsprünge sängerische Konzentration, plötzliche dynamische Wechsel und Steigerung zum strahlenden klanglichen Jubel der Soprane erfolgten, bis sich die Musik in die Ausgangsstimmung entspannt.
"Seelentrost" von Bülow und das schlichte, harmonisch so reizvolle Reger-Lied "Maria Himmelsfreud" führten zum vier-achtstimmigen "Bogoroditse Djevo" von Arvo Pärt (geb. 1935 in Estland), mit dem der Chor noch einmal erstaunliche Akzente setzte in der teilweise parlierenden Mehrstimmigkeit. Dann spielte Thomas Falk Orgel. Mit dem "Lied" von Louis Vierne brachte er fast andächtige, wohltuend schlicht gespielte Klänge der französischen Orgelromantik eindrucksvoll zum Klingen und überzeugte anschließend mit beweglicher Virtuosität und differenzierter Registrierung bei der "Toccata in Seven" von John Rutter.

Voller Begeisterung

Im dritten Block wurden dann wieder unter Malzers Leitung Spiritual- Arrangements gesungen. Und auch hier spürte man die Begeisterung der jungen Sänger. "Dig my Grave" von Harry Thacker Burleight, in dem leicht, fast spielerisch geführte Soprane die Musik atmen ließen bis hin zur leidenschaftlichen Klangfülle. Mit "Ezekiel saw the Wheel" liefen sie noch einmal zu großer Form auf, bevor mit "Ride On King Jesus" dieses faszinierende Konzert zu Ende ging. Es gab Riesenapplaus für ein ganz besonderes Chor-Erlebnis.
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