Kämmerer schlägt erneut Gewinnabführung vor - Stadträte derzeit strikt dagegen
Es soll bei einer Million bleiben

Amberg. (tk) Da war der Kämmerer den Stadträten dann doch etwas zu voreilig. In seinem Entwurf für den Haushalt des nächsten Jahres hatte Franz Mertel am Donnerstag diesen Satz stehen: "Die Verwaltung schlägt vor, auch 2014 Gewinnabführungen der Töchter zu beschließen." Zur Erinnerung: Auf der Suche nach zusätzlichen Einnahmen waren die Parteien vor fünf Monaten zu dem Ergebnis gekommen, die Stadtwerke zur Kasse zu bitten. Sie müssen eine Million Euro zahlen (AZ berichtete).

Die CSU, die im Herbst eine Beteiligung des Energieversorgers vorgeschlagen hatte, ließ es in Person ihres Kreisvorsitzenden Martin Preuß ruhiger angehen: "Wir haben die Bitte, davon abzusehen, dass eine Abführung schon jetzt beschlossen wird. Als Option ja, nicht als Beschluss."

Auch die Grünen, die im November die Millionen-Überweisung mitgetragen hatten, nahmen dieses Mal Abstand. Ihr Vertreter Helmut Wilhelm sagte: "Wir wollen nicht, dass das bereits jetzt festgelegt wird. Ich möchte das nicht automatisieren" - zumal Mertels Formulierung auch die beiden anderen Töchter der Stadt (Gewerbebau und Stadtbau) beinhaltet hätte. Als einzige Partei wollte die SPD den Stadtwerken die Gewinnabführung ersparen. Fraktionsvorsitzender Florian Fuchs klang am Donnerstag kompromissbereit: "So was sollte, wenn überhaupt, im Einzelfall erfolgen. Ich denke, wir werden da zu einem Konsens kommen." Einstimmig entschieden die Mitglieder des Hauptausschuss, den von Mertel vorgeschlagenen Passus zu streichen.

In seiner Finanzplanung geht der Kämmerer davon aus, dass die Stadt bis 2017 ohne neues Darlehen auskommt und ihre Schulden weiter abbauen kann. Zu Beginn des Jahres 2012 hatte Amberg 44,3 Millionen Euro Verbindlichkeiten, Ende 2013 sollen es rund 40 Millionen sein.
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