Klaus Ingbert Wagner stellt sein Buch "Eins werden Eins sein" vor
Patient auf der Strecke

Klaus Ingbert Wagner stellt sein Buch zum Thema ganzheitliches Leben vor. Bild: hfz
Amberg. (ads) "Eins werden, Eins sein", lautet der Titel eines Buchs des Ambergers Klaus Ingbert Wagner. In diesem hat er über zehn Jahre ein Grundlagenwerk für ein ganzheitliches Leben und eine Therapie aus seiner 25-jährigen Tätigkeit als Heilpraktiker für Psychotherapie und Naturheilkunde, Tai Chi-Lehrer, Ausbilder, Kursleiter und Zen-Praktizierender für die Praxis entwickelt. Dazu gibt er Auskunft im Gespräch:

"Ganzheitlich" und "Alles ist eins" wer kennt sie nicht, diese Begriffe, die uns nicht nur in alternativen Kreisen, sondern auch im täglichen Leben immer häufiger begegnen. Was bedeutet Ganzheitlichkeit überhaupt?

Vereinfacht könnt man sagen, dass zur Ganzheit wirklich alles dazugehört und alle Teile vollkommen gleichberechtigt sind. Die kann man sich wie einen Kuchen vorstellen. Jedes Kuchenstück ist ein Anteil des Ganzen und das gegenüberliegende Stück das Gegenteil. Die einzelnen Kuchenstücke zeigen die Unterschiede im Leben, die wie der ganze Kuchen als Gesamtheit des Lebens gleichzeitig da sind. Aus diesem Gedanken ergibt sich eine umwälzende und konsequente Einstellung, die unserem westlich geprägten einteilenden Denken widerspricht. Uns ist es seit frühester Kindheit beigebracht worden, urteilend zu denken und in Gut und Böse einzuteilen. Dabei ergibt sich das Problem, dass ich mich stets für eine Seite entscheide und die andere ablehne.
Welcher Stellenwert kommt dieser Ganzheitlichkeit für die Heilung des Menschen zu?

Der Mensch besteht aus mehr, als nur materiellem Körper. Deshalb gehört die Einbeziehung aller therapeutischen Bereiche dazu. Während sich die Schulmedizin hauptsächlich mit dem materiellen Komponenten des Körpers beschäftig, widmet sich die Naturheilkunde dem energetischen und die Psychotherapie dem psychischen Bereich.

Wie sieht das Modell aus, das Sie in ihrem Buch entwickelt haben?

Meiner Meinung nach ist der Mensch in die drei Grundbereiche Psyche, Energie und Körper unterteilt, die sehr eng miteinander vernetzt sind. Ein Beispiel zum Verständnis: Jemand vor einer Prüfung ist sehr aufgeregt, weshalb sich ein Unwohlsein in seiner Bauchgegend einstellt und er kurz darauf Durchfall bekommt. Hier ist gut zu sehen, dass die Beschwerden in der Psyche mit der Aufregung begannen, um sich dann in der Energie mit dem Unwohlsein fortsetzen und schließlich im Körper mit Durchfall enden. Energie nenne ich dabei alle Körperphänomene, die wir körperlich spüren, aber noch keine messbaren Symptome hervorgebracht haben. Einerseits muss ganzheitliche Therapie deshalb in dem Bereich ansetzen, in dem die Beschwerden beginnen, um die Wurzel zu packen und andererseits auch alle anderen Bereiche einbeziehen, um der Vernetzung Rechnung zu tragen.
Wie steht es mit der Ganzheit in unserem Gesundheitssystem?

Die Schulmedizin als tonangebende Lehrmeinung betrachtet den Körper und sogar den Geist hauptsächlich nur vom materiellen Aspekt aus. Demgemäß ist eine ganzheitliche Betrachtung im derzeitigen System gar nicht möglich, weil Energie und Psyche viel zu wenig Raum bekommen. Um hier wirklich Ganzheit einzuführen, müssten alle Betrachtungsweisen gleichberechtigt werden. Ohne eine materielle Komponente hat die Schulmedizin es einfach sehr schwer einzugreifen, während es in der Naturheilkunde durchaus sehr viele Therapieansätze für solche diffuse Beschwerden gibt.

Und natürlich darf man im Behandlungskonzept die Psychotherapie nicht vergessen. Unser Gesundheitssystem wird leider zwischen politischem Kalkül, wirtschaftlichen Interessen, bürokratischen Vorgaben und dem Bestehen auf fachlichen Dogmen aufgerieben. Auf der Strecke bleibt das, worum es gehen sollte: der Patient. Im Buch habe ich dem ein Kapitel gewidmet und auch meine Vorstellung eines idealen Gesundheitssystems beschrieben.
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