Kürzeres Leben

Die Erwachsenen-Palliativmedizin ist laut Dr. Andreas Fiedler, Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik am Klinikum St. Marien, vor allem die Behandlung von Krebspatienten am Lebensende. "Nur zehn Prozent sind keine Krebspatienten", erklärt er. In der Kinder-Palliativmedizin ist es genau umgekehrt. Zehn Prozent von ihnen sind unheilbar an Krebs erkrankt. Die anderen 90 Prozent sind Kinder, bei denen "die Diagnose schon das Todesurteil" sei. Zu einem wesentlichen Teil leiden sie an angeborenen Stoffwechselerkrankungen, die nicht heilbar sind, aber deren Verlauf auch zeitlich nicht vorhersehbar ist. Dieser Defekt - so der offizielle Begriff in der Medizin - reicht laut Fiedler nicht aus, um ein normales Leben zu führen. Als Beispiele nennt Fiedler Mukoviszidose und Chorea Huntington, die allerdings erst im Erwachsenenalter ausbricht.

Andere Kinder, die palliativmedizinisch versorgt werden, sind schwerstbehindert. Ebenso haben einige Frühchen eine geringe Lebenserwartung: "Eine Lunge ist erst reif, wenn der Säugling reif zur Welt kommt und nicht schon in der 24. Woche geboren wird." Fiedler erklärt, dass einige Krankheiten extrem selten sind - manche mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 100 000. (san)
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