30.06.2004 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Lindex reduziert in Deutschland von 30 auf 20 Filialen - "Very pleased" über Niederlassung am ... Sehr zufrieden mit Standort Amberg

Unsere Altstadt ist besser als ihr Ruf - zumindest in Schweden hält man große Stücke auf die Filiale am Marktplatz: "We are very satisfied - wir sind sehr zufrieden und denken nicht daran, den einzigen Standort in der Oberpfalz aufzugeben", dementiert Lindex-Geschäftsführerin Anita Strandberg Schließungsabsichten. Zehn Geschäfte in weitaus größeren Städten macht der nach H&M größte Textiler dagegen dicht.

von Jürgen Herda Kontakt Profil

Eine missglückte Expansionspolitik in Deutschland hat den 1954 in Göteborg gegründeten Bekleidungshändler in die Verlustzone getrieben: 70 Millionen Euro kostete Lindex bisher der Versuch, zur Not auch in B-Lagen den Umsatz zu erhöhen.

Aufgabe der Schrottlagen

Vermieter Dr. Ulrich Schmid "hätte sich auch schwer gewundert", wenn Lindex sich aus Amberg verabschieden würde: "Wenn die hier in bester Lage kein Geschäft mehr machen können, wo dann?" Schmidt habe die Geschäftspolitik der Skandinavier bereits seit längerem verfolgt und wundere sich nicht über die aktuellen Finanzprobleme: "Die haben auf Teufel komm raus expandiert und insbesondere in Rheinlandpfalz auf einige Schrottlagen gesetzt - aus diesen Verträgen wollten die raus. Amberg hat immer zu den guten Standorten gezählt."

Er habe keinen Moment daran gezweifelt, dass die Konzernführung zu der langfristigen Garantie für das gemietete Objekt stehen würde: "Vor vier Wochen haben die noch bei mir angefragt, ob eine Erweiterung im Obergeschoss möglich sei. Das macht man ja wohl kaum, wenn man etwas abstoßen möchte."

Die offizielle Stellungnahme von Geschäftsführerin Strandberg per Fax fällt zwar etwas vorsichtiger aus: "Hiermit teilen wir Ihnen mit, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht beabsichtigen, unsere Filiale in Amberg zu schließen."

Doch trotz der Verluste, die Lindex-Deutschland belasten, sieht auch Geschäftsführer Conny Karlsson keinen Grund zu längerfristigem Pessimismus: "Wir sind kein Unternehmen in der Krise."

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.