18.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Mehr als ein Stück Mauer

von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Gut, dass es Leute wie Heiner Wittmann gibt. Der 86-jährige Ruhestandsgeistliche kennt als Zeitzeuge Anekdoten rund um das frühe Prechtl-Werk am Josefshaus. Erst Geschichten wie die vom "Kreuzlscheißer" machen Kunst noch lebendiger, faszinierender und vor allem ambergerischer. Dass aus dem hier geborenen Michael Mathias Prechtl ein derart berühmter Buchillustrator und Zeichner werden würde, konnten in den 50er Jahren allenfalls seine Nürnberger Wegbegleiter erahnen. Der internationale Durchbruch gelang Prechtl 1971, als die "New York Times" ein Porträt von Willy Brandt bei ihm bestellte. Bis 1977 veröffentlichte das Blatt insgesamt 45 Zeichnungen. In Deutschland folgten Aufträge für den "Spiegel".

In Amberg hat Prechtl, der 2003 in Nürnberg starb und auf dem Katharinenfriedhof begraben liegt, momentan Pause. Im Stadtmuseum liegen viele Original-Skizzen, die künftig in einem extra Kabinett präsentiert werden sollen. Am Konzept arbeitet derzeit die Museumsleitung. Ohne Wittmann wäre von der Geschichte des Kunstwerks am Josefshaus - sollte es irgendwann der Abrissbirne zum Opfer fallen - nur eine Staubwolke übrig geblieben. Jetzt ist es mehr als ein die Jahre überdauertes Stück Mauer.

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