Modehaus Eckert

Für Amberg ist es ein Stück Stadtgeschichte, für Therese Eckert (64) das Lebenswerk: Mit der Schließung des Modehauses Eckert in der Bahnhofstraße verschwindet zum Jahresende eines der letzten inhabergeführten Bekleidungshäuser aus der Altstadt.

1976 ließ die Stadt das Gebäude mit den charakteristischen vier Rundbögen an der Stelle errichten, an der im frühen Mittelalter eines der Stadttore stand. Das Haus sollte ursprünglich an mehrere Einzelhändler vermietet werden. Doch der in Sulzbach-Rosenberg ansässige Textilhändler Alfons Heim mietete die Geschäftsräume ganz. Die Niederlassung firmierte deswegen bis 1980 unter dem Namen Modehaus Heim. Es war der dritte Standort des gut laufenden Sulzbach-Rosenberger Unternehmens neben der Zentrale in der Rosenberger Straße in Sulzbach und dem sogenannten "Herrenhaus" in der Amberger Georgenstraße (heute Engelhardt & Walter). 1980 löste sich die Firma auf. Helmut Eckert übernahm das Geschäft in der Amberger Bahnhofstraße, für das er bis dahin schon verantwortlich gezeichnet hatte. Seitdem trug das Haus den Namen Eckert. Im Jahr 2004 starb Eckert und seine Frau Therese versprach der Belegschaft damals, "noch zehn Jahre weiterzumachen". Diese Zusage hat sie nun (fast) eingehalten. Das Modehaus mit seinen noch sieben Beschäftigten schließt Ende Dezember, nachdem die Stadt im Frühjahr den Mietvertrag gekündigt hat (wir berichteten).

Hintergrund der Vertragskündigung ist die Neugestaltung des Bürgerspital-Areals. Die Stadt beabsichtigt, den hinteren Teil des Eckert-Hauses abzubrechen, weil dort die Ausfahrt für die geplante Quartiersgarage vorgesehen ist. Die Baustelle ruht momentan, und auch bei den Planungen scheint eine Phase des Nachdenkens eingetreten zu sein. Wie berichtet, wollen die Stadtratsfraktionen das Bürgerspital-Gelände möglicherweise zusammen mit dem leerstehenden Kaufhaus Forum auf der gegenüberliegenden Seite der Bahnhofstraße entwickeln. (upl)
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