Naturschutz im Naherholungsgebiet Fuchsstein
Nicht ohne Spannungsfelder

Der ehemalige Bundeswehr-Standortübungsplatz Fuchsstein-Rammertshof war schon den einen oder anderen Schlagabtausch im Stadtrat wert, wenn es um Gewerbegebiets-Pläne ging. In Sachen Umwelt- und Landschaftsschutz herrscht hingegen eitel Sonnenschein. Sogar die richtige Sonne schien, als der Umweltausschuss am Donnerstag dort seine Sitzung eröffnete.

Und als das Gremium wieder von dannen zog, gab es eine neue, schützenswerte Rarität mehr: einen Wildapfel-Baum (Malus sylvestris), umgangssprachlich besser als "Holzapfel" bekannt. Er wurde zum internationalen Tag des Baumes, der am Donnerstag im Kalender stand, gepflanzt. Die Stadt pflegt seit Jahren diese Symbolik. Zielgerichtet setzt sie mit dieser Pflanzaktion dort an, wohin die weiteren Überlegungen im Rathaus mit dem ehemaligen Übungsplatzgelände gehen.

Bedeutung steigt

Zwei Freiluft-Tagesordnungspunkte (restliche Sitzung im Rathaus) befassten sich mit der beabsichtigten Entwicklung dieser Flächen im Stadtwesten, die einen hohen Stellenwert innerhalb der naturnahen Freizeitgestaltung einnehmen. Sie sind Teil des Naturparks Hirschwald, seit dem Spätsommer vergangenen Jahres gibt es dort den unter anderem audiomedial unterstützten landeskundlichen Rundweg "Am Ammerbach". Jahrzehnte ist dort bereits die Luftsportgruppe Amberg mit ihrem Flugplatz beheimatet und seit dem Abzug der Bundeswehr 1999 steigt die Bedeutung innerhalb der Naherholung.

Leitlinien definieren

Diese Punkte skizzierte gegenüber dem Gremium der zuständige Referatsleiter Dr. Bernhard Mitko und verwies ebenso wie Florian Haas (Naturschutzabteilung der Stadtverwaltung) und der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands, Richard Lehmeier, auf die Entwicklungsfähigkeit sowie Schutzwürdigkeit dieser Flächen entlang des Ammerbachs. Eine wichtige Grundlage werden die Ergebnisse des vorgestellten Pflege- und Entwicklungsplanes sein, der an einer Bestandsaufnahme ansetzt.

So wurden beispielsweise zehn Fledermausarten (acht davon in der Roten Liste), vier Reptilien- (Eidechsen, Blindschleiche, Ringelnatter) und Amphibienarten (Molche, Kröte, Frosch) sowie 46 Tagfalterarten festgestellt. Auf dem Hintergrund der beobachteten 62 Vogelarten (meist sogenannte Durchzügler) zeichnet sich womöglich ein Konfliktstoff ab. "Enttäuschend wenig Boden- und Wiesenbrüter" erfasste die Bestandsaufnahme und Lehmeier mutmaßt als eine mögliche Ursache "viele freilaufende Hunde".
Ein hinlänglich bekanntes Problem für den Natur- und Landschaftsschutz, doch Lösungsansätze gestalten sich laut Lehmeier schwierig und potenziell konfliktträchtig. Obwohl die Rechtslage eigentlich in diesem Bereich freilaufende Hunde nicht zulasse, weil die Flächen durch Schäfer bewirtschaftet würden. Jedenfalls, das zeichnete sich als Konsens im Umweltausschuss ab, sollten Überlegungen angestellt werden, dieses Problem praktikabel und nicht nur auf dem Papier in den Griff zu bekommen. Ein Ziel sollte auch auf diesem Hintergrund sein, Fuchsstein-Rammertshof als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen. Unabhängig von geplanten landschaftspflegerischen Maßnahmen.
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