Nein muss sein: Bei Sido geben die Leibwächter den Ton an

Kein Star zum Anfassen und auf den ersten Blick auch nicht gleich zu erkennen. Sido (rechts) rappte am Samstag im Club Magma zwar was das Zeug hält, ein Sicherheitsabstand zu seinen Fans musste aber sein. Bild: Steinbacher
Lokales
Amberg in der Oberpfalz
22.04.2013
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Die silberne Maske, hinter der sich Sido zu Beginn seiner Karriere versteckte, braucht er nicht mehr. Der Rapper wird auch so nicht gleich erkannt. Als er am Samstag um 0.08 Uhr den Club Magma durch die Seitentür betrat, um im Gefolge seiner Leibwächter unverzüglich hinter der Tür neben der VIP-Lounge zu verschwinden, mussten selbst eingefleischte Fans zweimal hinschauen. Vollbart, Sonnenbrille, Baseballmütze? War er das? Vielleicht! Seine Manager und Sicherheitskräfte hatten sich teilweise für die selbe Haarpracht im Gesicht und einen ähnlichen Schlabberlook entschieden.

Sei's drum, wir sind ja nicht wegen der Klamotten des Rappers gekommen, sondern wegen des erhoffen Interviews. "Von uns aus gerne", hatte Markus Laurer von der Geschäftsleitung der Disco bereits am Donnerstag gesagt und versprochen, sich am Samstag vor dem Auftritt noch einmal zu melden. Das tat er auch zuverlässig, mit dem Hinweis, sich doch an das Security-Personal zu wenden, denn das käme dem Star näher als alle anderen.
Gesagt, getan. Der Mann mit den Muskeln an Stellen, wo unsereins nicht mal Stellen hat, gab uns einen Tipp: Zu dieser Tür kommt der Rapper raus und durch sie verschwindet er auch wieder. Wir sollten halt mal gucken, wie weit wir kommen, denn die Entscheidung treffe nicht er, sondern einer von Sidos Leuten. Aha! Also nichts wie hin zum nächsten vollbärtigen Mann, der sich als etwas wortkarg erwies. Alle Versuche, sich dem Sänger zu nähern, scheiterten an einem kurzen "Nein".

Aber so leicht gibt ein AZ-Redakteur nicht auf. Sabrina und Steffy, die bei einem Wettbewerb gewonnen hatten und den Star näher kennenlernen durften, warteten brav vor dem abgeschirmten Bereich. Wo zwei reinpassen, dürfen auch vier hin, dachten sich Schreiber und Fotograf und erfuhren, dass das Treffen "sehr privat" und nur für Fans ist. Der Türsteher hatte wohl hellseherische Fähigkeiten und wusste, dass wir keine einzige Sido-CD zu Hause haben und eigentlich nur seinen aktuellen Hit "Bilder im Kopf" kennen. "Wir sind auch Fans", ließ der grimmige Kerl nicht gelten: "Nein!" Aber ich hatte doch auch ein Käppi auf. Aber ich war frisch rasiert. Mist. Taktischer Fehler. Also der nächste Versuch. "Sido kriegt doch ein Kind!" - Nein!" - "Tschuldigung, seine Frau Charlotte natürlich!" - "Ja!"
Uns blieb nichts anderes übrig, als die plötzliche Wendung im Wortschatz des Aufpassers für eine kleine Notlüge zu nutzen. "Ich hätte einen Baby-Hochstuhl im Auto." Der Mann vor Sidos Tür blieb einsilbig: Hä?" - "Naja, der Testsieger, ist ein Geschenk!" - Der Bodyguard begann wie aus dem Nichts zu reden: "Neu oder gebraucht?" Die Antwort: "Also, mein Sohn wird im Sommer sechs." Der nächste taktische Fehler - und natürlich das nächste "Nein!"

Das war's endgültig. Wir waren raus. Sido hat davon nichts mitbekommen, er war ja nicht wegen uns, sondern wegen seiner Fans im Magma. Wie lange er gesungen hat? Keine Ahnung. Wir waren um 1.35 Uhr zu müde, um uns neue Tricks einfallen zu lassen und sind heim. Noch Bock auf das Konzert? "Nein!"
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