Ortsverband des Technischen Hilfswerks feiert mit Kommersabend ereignisreiche Geschichte mit ...
Sechs Jahrzehnte Hilfe bei Katastrophen

Der örtliche THW-Fuhrpark steht in beengten Verhältnissen. Bilder: hfz (2)
Der Ortsverband Amberg der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) wurde vor 60 Jahren, am 10. März 1953, gegründet. Deshalb feiert er heute ab 18 Uhr in der Dienststelle einen Kommersabend. Es gilt auch, auf eine Zeit mit vielen Herausforderungen zurückzublicken.

Gründer war Willi Winter, erster Geschäftsführer für den Bereich Oberpfalz-Nord. "Der Aufbau eines Ortsverbands des Technischen Hilfswerks für Stadt und Landkreis Amberg begann am 9. Februar 1953 mit einem Informationsvortrag vor der Handwerkskammer, da man ja gerade die Kreise des Handwerks für eine Mitarbeit in der neuen Organisation gewinnen wollte", heißt es in der aktuellen Chronik.

Warten auf Neubau

Zurzeit gibt es 65 aktive Helfer, davon zwei weibliche, 14 Reservehelfer, 41 Alters- und Ehrenhelfer, davon sind sieben weiblich und 34 Junghelfer, davon fünf Frauen. Mit 154 Leuten stellen die Amberger eine der stärksten THW-Jugendgruppen Bayerns. Die junge, aktive Mannschaft leistete Dienststunden 2012 29 417 Stunden, davon 1421 Einsatzstunden.
Der Fuhrpark liegt im Schnitt in der mittleren Altersklasse. Das älteste Fahrzeug ist ein Unimog, 30 Jahre alt, das neueste ein Kommandowagen, Baujahr 2008, finanziert durch Spenden und über den Förderverein Liegenschaft. Die Unterkunft liegt seit 1960 an der Drahthammerstraße 28 und ist laut THW mit 53 Jahren schon sehr abgelebt. Mangelnder Platz herrscht für Fahrzeuge, damals wurden Garagen nicht so groß ausgelegt. Die THWler warten seit mehreren Jahren auf einen Neubau.

Unter die örtliche Gefahrenabwehr fallen beispielsweise die regelmäßige Unterstützung und Verkehrsabsicherung bei Einsätzen auf der Autobahn, Hochwasser an der Vils, aber auch Berater-Tätigkeiten und weitere Einsätze. Es gibt ein gutes Verhältnis und stete Zusammenarbeit mit Feuerwehren und Polizei.

Durch die vielfältigen Aufgaben im THW kann jeder unabhängig von Vorkenntnissen im Alter zwischen zehn und 60 Jahren ehrenamtlich mitwirken. Es wird eine nicht alltägliche, sinnvolle und abwechslungsreiche Freizeitbeschäftigung angeboten, berichtet das THW.
Im Februar 1953 erhielt der damalige Geschäftsführer Willi Winter den Auftrag, Ortsverbände im Bereich Nordoberpfalz zu schaffen. Am 10. März 1953 erfolgte die Gründung des Ortsverbands, die erste Sammelstelle war in der ehemaligen Steinhofkaserne in Amberg. Die meisten der frühen Mitglieder konnten aus den Reihen der Pfadfinder gewonnen werden. Bereits im September und Dezember 1953 stellten die THW-Helfer ihr Können bei zwei Bränden im Stadtgebiet unter Beweis.

Im Folgejahr wurde der Ortsverband erstmals zu einem Hochwassereinsatz in Amberg gerufen. Zwölf Männer kämpften gegen die Fluten und übernahmen damit eine Aufgabe, die über die Jahrzehnte bestehen bleiben wird. Kurz darauf wurde der Ortsverband nach einer Hochwasserkatastrophe im Voralpenraum erstmals überregional tätig. 1959 folgte der erste Abstützeinsatz am Pfalzgrafenring. Eine Tankstelle war nach einem Verkehrsunfall einsturzgefährdet.

Am 18. September 1960 wurde die neue THW-Unterkunft auf dem Übungsgelände an der Drahthammerstraße eingeweiht. Sie wurde mit viel Eigenleistung und noch mehr Herzblut geschaffen. Heute, nach 53 Jahren, ist diese abgewohnt und schreit nach Erneuerung.
Im Juli 1961 kam es zu einer spektakulären Aktion, die THW-weit Schlagzeilen machte: Amberger Helfer waren als "Panzerknacker" unterwegs. Sie öffneten einen schweren Tresor der Staatsbank in Amberg, der wegen eines Umbaus zerlegt werden musste. In 800 Arbeitsstunden wurden 100 Gasflaschen verbraucht.

Erster Auslandseinsatz

1963 brachen zehn Amberger THW-Helfer erstmals ins Ausland auf. In der Stadt Skopje in Mazedonien wurde nach einem Erdbeben eine Barackenstadt errichtet. 1970 machten sich unter anderem sieben Helfer aus Amberg auf den Weg nach Banja Luka in Jugoslawien. Nach einem Erdbeben mussten Notunterkünfte errichtet und die Infrastruktur wieder aufgebaut werden.

Das dritte Jahrzehnt des Ortsverbands begann mit einem Großbrand in der Altstadt. Das THW stützte mehrere Giebel ab. 1980 fand der erste dokumentierte Einsatz auf der Autobahn A6 statt. Im Oktober 1986 wurde die Vereinigung der Helfer und Förderer des Technischen Hilfswerks Amberg gegründet. Erster Vorsitzender wurde Walter Brandler. Im Februar 1995 war die Neustrukturierung beim THW abgeschlossen. Der Ortsverband wurde schlanker. Statt bisher einem Bergungs- und einem Instandsetzungszug gab es ab jetzt nur noch einen technischen Zug. Auch der Fahrzeugbestand wurde verringert. Im Oktober 1995 gründete sich die THW-Jugendgruppe.
Im August 2002 kam es zu einer Hochwasserkatastrophe in großen Teilen von Deutschland. Während der Flut wurden 33 Millionen Sandsäcke verbaut. Hieraus wurde der größte Einsatz in der Geschichte der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Auch der Ortsverband Amberg war über mehrere Wochen hinweg durchgehend an unterschiedlichen Orten in Deutschland im Einsatz.

2006 wurde in Teilen des Landkreises Schwandorf Katastrophenalarm ausgerufen. Auch Amberger Helfer unterstützten, um die Folgen der Schneemassen zu bekämpfen. Während der nächsten Jahre kam es zu zahlreichen Einsätzen gemeinsam mit dem Ortsverband Lauf auf den mittelfränkischen Autobahnen. Aus der im THW üblichen guten Zusammenarbeit ist über die Jahre eine tiefe Freundschaft entstanden, teilt der Ortsverband mit.
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